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Anmelden zur PK am 27. August, 10.30 Uhr Arte Hotel Kufstein.


Sprachsalz 2026 – Gegenwart lesen

Sprachsalz 2026: Vom 11. bis 13. September lädt das renommierte Sprachsalz Literaturfestival erneut zum Fest des Lesens nach Kufstein: Zu Gast sind österreichische und internationale Stimmen aus Asien, Europa und den USA.

 

In einer Gegenwart, die selten um Geräuscharmut bemüht ist, setzt Sprachsalz auf andere Formen der Aufmerksamkeit: Auf Literatur, die genau hinsieht, die Zwischentöne wahrnimmt und auch Widersprüche aushält. Denn Literatur erklärt die Welt nicht im Schnellverfahren, sondern macht sie genauer, diverser und sicher oft unbequemer.

Das Festival bleibt seiner Linie treu: nationale und internationale Literatur, persönliche Begegnungen, Gespräche, Signierstunden und ein Programm, das bekannte Namen und Entdeckungen verbindet, bei freiem Eintritt. Dazu gehören auch 2026 der Sprachsalz-Abend am Samstag sowie Lesungen und eine Werkstatt rund ums Buch für Kinder in der KUBI-Bibliothek.

Im Zentrum des Programms steht mit Han Kang eine der großen Stimmen der Gegenwartsliteratur. Die südkoreanische Autorin wurde 2024 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Ihre leise, konzentrierte Prosa erzählt von (historischer) Gewalt, Erinnerung und davon, wie Verletzungen in Körpern, Familien und Gesellschaften weiterwirken.

Erste Autor*innen-Auswahl 2026

(vollständige Liste erscheint Mitte August)

 

· Fernando Aramburu (Spanien/Deutschland)

· Ralph Dutli (Schweiz/Deutschland)

· Regina Hilber (Österreich)

· Han Kang (Südkorea)

· Martin Piekar (Deutschland/Polen)

· Nell Zink (Deutschland/USA)

 

Fernando Aramburu (Spanien/Deutschland): 50 Jahre musste man warten, um den großen Roman über das Baskenland, die ETA, Terror und Separatismus lesen zu können – es war: Fernando Aramburus «Patria». Dieses gewaltige, in viele Sprachen übersetzte Epos des seit Langem in Hannover lebenden Romanciers kreist um Träume und Illusionen, Nationalismus, Schuld, Freundschaft, Liebe. Mit seinem neuen Roman «Fabula», fast ein Schelmenroman, knüpft Aramburu meisterhaft an seinen Bestseller an, weltweit über eine Million Mal verkauft und von HBO Europa als TV-Miniserie verfilmt.

Ralph Dutli (Schweiz/Deutschland): Wenn es einen wahrlich kosmopolitischen und polyglotten Autor der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gibt, dann ist er es – Ralph Dutli. Übersetzer des monumentalen Werks von Ossip Mandelstam, Marina Cvetaeva, Anna Achmatova und Iosif Brodskji wie auch französischer Lyrik des Mittelalters und der Renaissance. Dazu, daneben, davor: vielfach ausgezeichneter Lyriker, Romanautor, Essayist und Autor geistreicher Bücher über Olive, Honig und Gold. Von seiner Lieblingsdichterin Emily Dickinson zitiert er gern den Vers «True poems flee». Wie schön, dass er 2026 zu SPRACHSALZ nach Kufstein flieht!

Regina Hilber (Österreich): Roadtrip und Masken, Überschreibungen und erkenntnistheoretische Sprachstudien, Welt und Wald, Grenzen, Ränder und Filigranes – die literarische Welt Regina Hilbers, die lange in Zirl lebte und neben anderen Preisen und Stipendien 2009 mit dem Feldkircher Lyrikpreis ausgezeichnet wurde, ist weit und faszinierend. «California, Baby / ist ein Lichtmorgen / Hipstersong der deutschen Stadtnomaden».

Han Kang (Südkorea): Die Nobelpreisträgerin für Literatur – exklusiv bei SPRACHSALZ in Österreich und im süddeutschen Raum zu erleben! Han Kang wurde 2024 von der Schwedischen Akademie in Stockholm mit dem Literaturnobelpreis für «ihre intensive poetische Prosa» über historische Traumata und die Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens ausgezeichnet. Ihre Bücher sind nie auftrumpfend, sie sind leise und intensiv, (nicht immer) schön und lebensverändernd. Han Kang beschreibt den Schrecken der Welt, die Gewalt in ihr und wie diese fortwirkt in den Lebenden und Überlebenden.

Martin Piekar (Deutschland): Geboren 1990, lebt in Frankfurt/Main und kam als Kind aus Polen nach Deutschland. Bekannt wurde er zunächst als Lyriker und erhielt 2012 beim Berliner Open Mike den Lyrikpreis. 2024 erhielt er bei den Tagen der Deutschsprachigen Literatur“ gleich zwei Preise sowie den Robert-Gernhardt-Preis. Sein im Mai 2026 erschienener Debütroman «Vom Fällen eines Stammbaums» erzählt von Migration, Familie, Fürsorge und den Rissen, die durch Lebensgeschichten gehen. Piekar ist zudem ein Vorleser von seltener Energie. Wer ihm zuhört, merkt schnell, dass Literatur nicht auf dem Papier sitzen bleiben muss, sondern durch Mark und Bein geht.

Nell Zink (USA/Deutschland): Die seit 25 Jahren im ostdeutschen Bundesland Brandenburg lebende, vielgelesene amerikanische Erzählerin Nell Zink veröffentlichte ihr Debüt erst im Alter von 50 Jahren – und zählt heute zu den wichtigsten US-Autorinnen der Gegenwart. Ihr jüngster Roman «Sister Europe» ist ein abseitig lustiges wie enorm kluges Berlin-Panorama mit spitz treffenden Dialogen über Einsamkeit und Liebessucher*innen und stand 2025 auf Platz 1 der SWR-Bestenliste. «Die Zeit» (Hamburg): «Ein Riesenvergnügen.»

 

Wir freuen uns schon, das Sprachsalz-Team: Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Magdalena Kauz, Ulrike Wörner, Max Hafele, Alexander Kluy, Klaus Klein

Für die Presse: Magdalena Kauz und Ulrike Häser, [email protected], Social Media: Daniel Homolka

Info

· Was: 24. Internationale Literaturtage Sprachsalz

· Wann: 11.–13. September 2026

· Wo: Kultur Quartier Kufstein, Weinbar Vitus & Urban, KUBI Kufstein, Galerie dia:log

· Eintritt: frei

· Kontakt für Presse: Magdalena Kauz & Ulrike Häser – [email protected]

· Web: www.sprachsalz.com

Fotodownloads: aktuelles Material finden Sie auch auf unserer Dropbox zum Download unter: bit.ly/sprachsalzpresse

Falls Sie Zugriff auf ältere Sprachsalz Fotos und Berichte brauchen, hier der Link: bit.ly/sprachsalzarchiv 

 

 

Nächste Termine

Pressekonferenz: Donnerstag, 27. August 2026, 10.30 Uhr, Arte Hotel Kufstein (Anmeldung hier)

Weitere Autor*innen & Details ab Mitte August auf der Festivalwebsite

 

SUBVENTIONEN, SPONSORING, PARTNERSCHAFTEN

Hauptsponsor*innen und Subventionsgeber*innen: Bundesministerium WKMS, Land Tirol, Stadt Kufstein, Tourismusverband Kufsteinerland, Sparkasse Kufstein

Weitere Sponsor*innen: Arte Hotel Kufstein, Bar Vitus & Urban , Hotel Platzhirsch , Hotel Goldener Löwe Kufstein, Unterberger Automobile, Literar-Mechana, LBB – Franz Oberladstätter, Lampe Reisen, Buch-Café Lipott Kufstein, Buchhandlung Tyrolia Kufstein, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Tiroler Versicherung

Kooperationspartner*innen: KUBI Kufstein Bibliothek für Wissenschaft & Freizeit, Kultur Quartier Kufstein, Ablinger.Garber, Galerie dia:log Kufstein, Coffee Bike Kufstein, Tiroler Kronenzeitung, Presseclub Concordia, ORF Ö1 Club, Forschungsinstitut Brenner Archiv (Universität Innsbruck), Internationales Literaturfestival Berlin, Volltext, «Zwanzger – Die Tiroler Straßenzeitung», Literaturblatt.ch, Buchkultur, Leaders.net


SPRACHSALZ 2025 erreicht in Kufstein ein neues Level – Weltstars, internationale Stimmen und eine regelrechte Poesie-Maschine

Gefüllte Säle beI der Lesung von Mieko Kawakami am Sonntag (FOTO Denis Mörgenthaler Sprachsalz)
Gefüllte Säle beI der Lesung von Mieko Kawakami am Sonntag (FOTO Denis Mörgenthaler Sprachsalz)

Nach einem fulminanten Start in Kufstein im vergangenen Jahr stand das Internationale Tiroler Literaturfestival SPRACHSALZ 2025 vom 12. bis 14. September vor einer Bewährungsprobe. Lesungen von internationalen Stars des Literaturbetriebs, interdisziplinäre Erkundungen vom Film bis zur Ausstellung und ein klammheimliches Jubiläum einer Punk-Hymne hoben SPRACHSALZ in diesem Jahr in neue Sphären. Neue Besucherrekorde sprechen für das vielseitige Programm. Die italienische Schriftstellerin und Zeitzeugin Dacia Maraini, der Norweger Johan Harstad, der japanische Shootingstar Mieko Kawakami, Punk-Legende Eric Goulden aka Wreckless Eric und viele andere sind die Gesichter von SPRACHSALZ 2025.

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Mehr Fotos und Sprachsalz Archiv: https://bit.ly/sprachsalzarchiv


Nach einem fulminanten Start in Kufstein im vergangenen Jahr stand das Internationale Tiroler Literaturfestival SPRACHSALZ 2025 vom 12. bis 14. September vor einer Bewährungsprobe. Lesungen von internationalen Stars des Literaturbetriebs, interdisziplinäre Erkundungen vom Film bis zur Ausstellung und ein klammheimliches Jubiläum einer Punk-Hymne hoben SPRACHSALZ in diesem Jahr in neue Sphären. Neue Besucherrekorde sprechen für das vielseitige Programm. Die italienische Schriftstellerin und Zeitzeugin Dacia Maraini, der Norweger Johan Harstad, der japanische Shootingstar Mieko Kawakami, Punk-Legende Eric Goulden aka Wreckless Eric und viele andere sind die Gesichter von SPRACHSALZ 2025.

«Nach dem Spiel ist vor dem Spiel», lautet die bekannte Fußball-Weisheit, die in diesem Jahr mehr als jemals zuvor für SPRACHSALZ galt. Nach über 20 Jahren war das internationale Literaturfestival von seinem Gründungsort Hall nach Kufstein übersiedelt und legte dort 2024 einen fulminanten Neustart vor. Dementsprechend hoch lag die Latte für das Programm, an dem das SPRACHSALZ-Team seitdem mit Hochdruck gefeilt hatte. Die harte Arbeit hat sich gelohnt. Neue Besucherrekorde bei fast allen Veranstaltungen hoben SPRACHSALZ an seinem neuen Standort auf ein neues Level.

Traditionell eröffnete am Freitag eine Tiroler Autorin das Festival. In ihrem Gedichtband «Das zweite Gesicht» tritt Erika Wimmer Mazohl mit niemand geringerem als Dante Alighieri in Dialog. Das große Interesse an der Arbeit von Wimmer Mazohl zeigte sich auch im sonntäglichen Clubgespräch in der Galerie dia:log, wo das Publikum gemeinsam mit dem SPRACHSALZ-Team jede noch verfügbare Sitzgelegenheit hinauf in den ersten Stock zum Lesetisch trug.

Der Kölner Autor Yannic Han Biao Federer begeisterte und berührte das Publikum mit seinem Roman «Tao», einer Familiengeschichte von Hongkong über Indonesien bis nach Deutschland. Dass Erinnern und Trauern eine Form von Liebe ist, spürte das Publikum in Federers Roman über seinen toten Sohn Gustav Tian Ming «Für immer sehe ich dich wieder» eindringlich. Nach ihm las der in Berlin lebende russische Autor Viktor Jerofejew aus «Der große Gopnik», dem neuesten, von autofiktionalen Elementen durchzogenem Roman des Exil-Autors. In der Lesung von Franz Hohler verflossen die Grenzen zwischen spielerisch und ernsthaft, zwischen Alltagsbeobachtungen und tiefgreifenden Fragen. Der Schweizer Künstler trug sein Gedicht vom Weltuntergang vor, der mit einem harmlosen Tierchen beginnt: «Am Anfang wird auf einer ziemlich kleinen Insel im südlichen Pazifik ein Käfer verschwinden.» Der deutsche Dichter Durs Grünbein begibt sich in seiner Arbeit als «melancholischer Aufklärer und Restromantiker» (Deutschlandfunk) auf die Spur der Frage, was es heißt, ein Mensch zu sein. Bei SPRACHSALZ las er aus «Der Komet» und aus seinem vielfach preisgekrönten lyrischen Werk.

SPRACHSALZ MINI bot Kindern von 3-10 Jahren heuer Lesungen von Marco Kerler und Franz Hohler. Am Samstag fand die beliebte und sehr gut besuchte Bastelwerkstatt mit Christian Yeti Beirer statt: Vom Strichmännchen zum Comic, von ersten Schreibversuchen zu einer kleinen Geschichte und mit Nadel, Faden und Klammer zum eigenen kleinen Buch.

Wer tippt denn da draußen? Das fragten sich einige Besucher*innen, die am diesjährigen SPRACHSALZ vom Geräusch einer mechanischen Schreibmaschine akustisch begrüßt wurden. Die Antwort lautete: Marco Kerler. Der in Ulm lebende Dichter verwandelte sich für die Dauer des Festivals in eine regelrechte Poesie-Maschine. Auf seiner «Hermes Baby» spendete er allen, die vor ihm am Stuhl Platz nahmen, ein Gedicht, verfasst innerhalb einer Minute. Die so in Worte Gefassten waren wiederum angehalten, ihren Text vor der Linse von Fotograf Yves Noir vorzutragen. Das Ergebnis wird bald auf den Kanälen von SPRACHSALZ zu sehen sein.

Es dauerte nicht lange, bis die italienische Schriftstellerin und Zeitzeugin Dacia Maraini zum Publikumsliebling avancierte. Im Roman «Ein halber Löffel Reis» erzählt sie von ihrer Kindheit in einem japanischen Internierungslager während des Zweiten Weltkriegs. Im Clubgespräch mit Renate Giacomuzzi mahnte sie an die aktuelle politische Weltlage: «Im Lager verstand ich, wie gefährlich es ist, wenn Menschen viel Macht über andere haben. Es gibt keine Alternative zur Demokratie, deren Werte wir trotz ihrer Schwächen und Schwierigkeiten in Europa verteidigen müssen. Das ist die größte Aufgabe unserer Zeit», appellierte sie ans Publikum, das ihr unter Tränen und nicht enden wollendem Applaus Standing Ovations spendete.

Der späte Freitagabend stand ganz im Zeichen der Musik. Als der Musikjournalist, langjährige SPRACHSALZ-Mitarbeiter und in London lebende Autor Hanspeter Düsi Künzler seine Hommage an sein Stadtviertel Kilburn vorstellte, stimmte der Folgegast Eric Goulden aka Wreckless Eric gleich mit einem Lied auf der Gitarre ein. Für die Lesung von Wreckless Eric nahm Künzler wieder seine gewohnte Rolle als Interviewer ein – ein dankbarer Job für das 71-jährige Energiebündel. Szenen aus der Lesung: Goulden, der mit seinem breiten Cockney-Akzent die Vorzüge der heuer erstmals eingesetzten Dolmetsch-KI aufzählte und sie dabei an ihre Grenzen brachte. Nach und nach verwob sich die Stimme von Ernst Gossner, der meisterhaft den Text auf Deutsch vortrug, mit der akustischen Version von Wreckless Erics Hit «Whole Wide World». Dass der 1974 geschriebene Song im letzten Jahr seinen 50. Geburtstag feierte, wurde Goulden erst beim großen Gala-Abend bewusst. Eine verpasste Chance, wie er selbst einräumte. Gut, dass am Samstagabend nachgefeiert wurde. Er brachte mit seiner Performance das Publikum zum Tanzen.

In der loungigen Atmosphäre des Bar Vitus & Urban las der Grazer Autor Stephan Tikatsch aus seinen verspielt-spielerischen Gedichten. Ulrike Draesner aus Berlin trug bei ihrer Österreich-Premiere rhythmisch beschwingt aus ihrem Postepos «Penelopes sch( )iff» vor.

Johan Harstad, der norwegische Autor, stand in seiner Schweigsamkeit in direktem Kontrast zu den über tausendseitigen Monumentalwerken, für die er hierzulande bekannt geworden ist. «Unter dem Pflaster liegt der Strand» faszinierte, gelesen von Jürgen Tonkel, das Publikum.

Wer sich für japanische Gegenwartsliteratur interessiert, kommt an einem Namen nicht vorbei: Mieko Kawakami aus Tokyo präsentierte, begleitet von ihrer Übersetzerin Katja Busson, als in diesem Jahr am weitesten angereiste Autorin ihren jüngsten auf Deutsch erschienenen Roman «Das gelbe Haus», gelesen von der Schauspielerin Brigitte Zeh.
Den Reigen komplettierte ein Künstler, der Literatur und bildende Kunst miteinander verbindet: der Südtiroler Matthias Schönweger mit seiner Performance «MENSCH, msch!» zu Martin Telsers gleichnamigen Dokumentarfilm.

Mit SPRACHSALZ 2025 und rappelvollen Sälen mit über 4.000 Literaturbegeisterten hat Kufstein endgültig bewiesen, dass internationale Literatur hier ein neues Zuhause gefunden hat.

 

Das kommende SPRACHSALZ wird vom 11. bis 13. September 2026 stattfinden.


2024

(Pressemeldung September 2024, Fotos und mehr im Dropbox-Ordner zum Download unter: https://goo.gl/S6yTYt)

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Fulminanter Neustart in Kufstein, oder «Deftige Sprache ist überall zuhause"

Foto: Daniel Jarosch für Sprachsalz
Foto: Daniel Jarosch für Sprachsalz

Literaturstars, Wortakrobat*innen, Musiker*innen und einheimische Autor*innen gaben sich bei der 22. Ausgabe von Sprachsalz wieder einmal die Klinke in die Hand. Mit der ersten Ausgabe in Kufstein gelingt ein fantastischer Start einer neuen Ära der Internationalen Tiroler Literaturtage. Literaturnobelpreisträger John M. Coetzee, «Booker Prize»-Gewinner Douglas Stuart, Bestsellerautorin Vigdis Hjorth und viele andere ließen zahlreiche Gäste dem strömenden Regen trotzen und füllten die Reihen des Kufsteiner Kultur Quartiers.

 

Kurze Zeit lag die Zukunft von Sprachsalz im Ungewissen. Nachdem der langjährige Austragungsort Hall die Förderung sämtlicher Haller Kulturvereine um die Hälfte kürzte, entschied sich das Sprachsalz-Team zu gehen und fand in Kufstein zügig eine neue Heimat. «Unser Team hat diese Herausforderung dank der Kulturstadt Kufstein und den Verantwortlichen, besonders Bürgermeister Martin Krumschnabel und Kulturstadtrat Klaus Reitberger und nicht zuletzt auch dank der Unterstützung von Krone-Kulturchef Hubert Berger gemeistert», erklärt Sprachsalz-Obmann Heinz D. Heisl.

 

Die Erleichterung war am ersten Tag des Festivals (13. – 15. September) zu Beginn bei den Anwesenden spürbar. «Alle haben wir gezittert», sagte Anton Mattle, der als erster Tiroler Landeshauptmann in der Geschichte von Sprachsalz die Veranstaltung eröffnete. «Danke, dass Sprachsalz wieder eine Heimat bekommen hat. Man könnte glauben, dass Sprache und Salz viel mit der Solestadt Hall zu tun hat. Deftige Sprache ist jedoch überall zuhause», begrüßte Mattle den vollen Saal am neuen Standort. «Im Umgang mit Sprache liegt viel Macht. Es braucht solche Veranstaltungen, damit die Gesellschaft eine Sensibilität für Sprache entwickeln kann», betonte Mattle die Wichtigkeit eines umfangreichen Kulturangebots in Tirol.

 

Dem Ruf eines vielversprechenden Programms folgten bereits bei der ersten Lesung im Kufsteiner Kultur Quartier zahlreiche Zuseher*innen. «Sprachlos» war der Moderator Alexander Kluy bei der ersten Lesung mit der Tiroler Autorin Eva Maria Gintsberg vor den Zuschauer*innen, «weil Sie so viele sind.» Gintsberg, die im nahen Scheffau lebt, trug aus ihrem Band «Schichtgedichte» vor. In der Performance loopte sie Gesang, Gitarre und Gedichte und ließ Lyrik in akustischen Schichten Wirklichkeit werden. Als erster internationaler Gast betrat nach ihr der in Berlin lebende russische Schriftsteller Vladimir Sorokin die Bühne. Er entführte die trotz Unwetter zahlreich erschienenen Leser*innen gleich in eine entlegene psychiatrische Klinik, den Schauplatz seines Romans «Doktor Garin». Während der Lesung des Schweizer Autors Urs Zürcher aus seinem Roman «Begehren» mussten die Zuhörer*innen kurzzeitig hoffen, dass das wilde Schneetreiben im Roman bei drastisch fallenden Temperaturen nicht auch noch Kufstein heimsuchen wird.

 

Der erste Tag stand im Zeichen der Bücher mit Eskalationspotential. In Barbi Markovićs «Minihorror» kämpfen sich Mini und Miki durch den tristen Alltag in Wien und Umgebung und gleiten von einem Horrorszenario zum nächsten. Das Publikum schloss ihre Geschichten von zerbrechlichen Krampussen und bedrohlichen IKEA-Monteuren sofort ins Herz. Der Roman «Die Wahrheiten meiner Mutter» von Vigdis Hjorth begleitet eine von ihrer Familie entfremdete Künstlerin, die von ihrer Mutter besessen ist. Dem neugierigen Publikum erzählte Hjorth im Gespräch ein paar pikante Anekdoten über Pizza, ihren Kollegen Karl Ove Knausgård und berauschte Nächte im Sexclub. Gut, dass bei all der Aufregung die deutsche Lyrikerin Romina Nikolić für ein Gleichgewicht im Sprachsalz-Universum sorgte. Ihr neuer Band «Unterholz» verflicht sprachlich brillant das Größte mit den Kleinsten, Moleküle mit der Unendlichkeit.

 

Mit John M. Coetzee und Douglas Stuart angelte Sprachsalz in diesem Jahr zwei Lieblinge des internationalen Literaturbetriebs. Der südafrikanische Literaturnobelpreisträger las am zweiten Tag aus seiner Novelle «Der Pole» und hatte selbst nach der Dessertpause am großen samstäglichen Sprachsalz-Abend noch die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer*innenschaft im großen Saal des Kultur Quartiers. «In enormer Traurigkeit kann es Freude geben und in bitterster Traurigkeit gibt es manchmal Freude.» Solche Sätze formuliert Douglas Stuart aus dem Stegreif, als er Hanspeter «Düsi» Künzler im Talk Rede und Antwort steht. In den Passagen aus seinem gefeierten Werk «Shuggie Bain» nimmt er die Leser*innen mit in das leidvolle Leben der Agnes Bain in den Arbeitervierteln eines düsteren und hoffnungslosen Glasgows. Ob das die Leser*innen in ein Loch gestürzt hat, kann man von außen schwer sagen. Die gefeierte japanische Autorin Hiroko Oyamada hat dieses Szenario in «Das Loch» jedenfalls durchgespielt. In ihrem Roman fällt die Hauptfigur in eine echte Grube. Ähnlich Düsteres passiert im Roman «Zitronen» von Valerie Fritsch, der das Martyrium der Figur August nachzeichnet.

Mit nach Kufstein übersiedelt ist auch die beliebte Sprachsalz Kinderlesung, die der Autor Michael Stavarič als Sachbuch- und Romanautor in Personalunion bespielte. Für die Kinder gab es eine Lesung aus seinen Sachbüchern über besondere Tiere, für die Erwachsenen eine Kostprobe aus dem zuletzt erschienenen Roman «Das Phantom» sowie den Lyrikband «Die Suche nach dem Ende der Dunkelheit».

Überraschend ließ sich nach einem nasskalten Lese-Wochenende am letzten Sprachsalz-Tag der Himmel über Kufstein blicken. Und so gehörte die letzte Stunde des diesjährigen Sprachsalz Festivals Kufstein der theatro-musikalischen Lesung des legendären magischen Romans «Pedro Parámo» des Mexikaners Juan Rulfo, gelesen von Ariela und Thomas Sarbacher, begleitet von der Band Intimspray. Die frische Herbstluft vor dem Kufsteiner Kultur Quartier, vollgepackte Lesesäle, aber auch der noch einmal kräftige Applaus am Ende läuten den Beginn einer neuen Ära ein:

 

Sprachsalz Kufstein wird nächstes Jahr von 12. – 14. September 2025 stattfinden.

 

Das Sprachsalz Team: Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Magdalena Kauz, Ulrike Wörner, Max Hafele, Alexander Kluy, Klaus Klein

 

Für die Presse:

Magdalena Kauz und Max Hafele, [email protected], Social Media: Daniel Homolka, Pressetext: Benjamin Stolz

 

 

 

Ein neues Abenteuer beginnt – Sprachsalz in Kufstein

(Pressemeldung August 24)

Gute Literatur – so essentiell wie ein Glas Wasser (Foto MK)
Gute Literatur – so essentiell wie ein Glas Wasser (Foto MK)

Kufstein wartet gespannt auf die neue Kulturperle. Das über 21 Jahre gereifte internationale Literaturfestival Sprachsalz wird dieses Jahr erstmals die mittelalterliche Festungsstadt bereichern – und zwar im Kultur Quartier, dem topmodernen Kulturherzen der Stadt und der angrenzenden Bar Vitus & Urban.

 

Programm in Kufstein

Sprachsalz bleibt nach wie vor das einzige internationale Literaturfestival in Österreich mit interkontinentaler Besetzung, was die Autor*innen anbelangt: Norwegen, Japan, USA, Schottland und Südafrika sind etwa vertreten, aber auch die Schweiz, Russland, und heimische Autor*innen. Bei Lesungen, Gesprächen und beim Signieren der Bücher bietet sich die Gelegenheit, den Literat*innen und deren Werken näherzukommen; fremdsprachige Autor*innen sind selbstverständlich auch in deutschsprachiger Übersetzung zu hören. Das Festival ist traditionell eintrittsfrei. Damit ist ein niederschwelliger Zugang zu hochwertiger Literatur gewährleistet.

 

Als zentraler Festivalort für die drei Festivaltage dient das «Kultur Quartier» – mit einer durchdachten Eventarchitektur und natürlich barrierefrei. Von 13. bis 15. September lesen dort und im angrenzenden «Vitus & Urban» Autor*innen aus aller Welt.

 

Besondere Leckerbissen am Samstagabend und Sprachsalz Mini

Am Samstagabend wird zu den Lesungen auch ein Essen kredenzt (Eintritt nur mit Reservierung, Menu à 48 Euro); einige wenige Plätze kann man auch ohne Essen reservieren. Der hochkarätige Abend bietet nebst feinem Essen auch gesalzene Literatur und damit einen besonderen Leckerbissen: Von Hiroko Oyamada, Douglas Stuart, Vladimir Sorokin sind an diesem Abend kurze Ausschnitte zu hören: Nach der Kaffee-Pause folgen 40 Minuten mit Nobelpreisträger John M. Coetzee.

 

Und auch für Kinder gibt es wieder Feines am Samstag- und Sonntagnachmittag: eine Buch-Bastelwerkstatt mit Christian Yeti Beirer in der KUBI, der Kufstein Bibliothek für Wissenschaft & Freizeit. Am Samstag um 14 Uhr findet eine Veranstaltung mit Michael Stavarič, der mehrfach den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteraturpreis erhielt (zuletzt 2022), statt.

 

Alle Autor*innen 2024

Folgende Autor*innen und Autoren sind in Kufstein zu Gast:

 

John M. Coetzee (Südafrika/Australien): Einer der Großen der Weltliteratur und Literaturnobelpreisträger. «Schande», «Der Pole» oder «Elizabeth Costello»: weltweit erfolgreich, gelesen und bewundert. Und äußerst selten zu Gast in Europa!

 

Valerie Fritsch (Österreich): Die Suche nach kraftvollen, lyrischen Bildern und Metaphern ist ein bestimmendes Merkmal ihrer Texte. Im Zentrum ihres aktuellen Buches «Zitronen» steht eine Mutter mit Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, die ihren Sohn August absichtlich krank macht, um für dessen Pflege bewundert zu werden.

 

Eva Maria Gintsberg (Österreich): Ein Multitalent ist diese Tirolerin: Schauspielerin, Rezitatorin, Germanistin und Dichterin. Ihre Lyrik: sensibel, subtil, sprachlich kunstvoll geschichtet und tief wurzelnd. Und ihre Erzählung «Herr Klein»: ein magisches Buch vom Aufbruch und Reisen.

 

Vigdis Hjorth (Norwegen): In Persona so voll mitreißendem Temperament wie ihre Bücher, ist Vigdis Hjorth unübertroffen im Sezieren von Familienstrukturen, Abhängigkeiten und Traumata. Und macht das mit enormer Wucht und furiosem Elan.

 

Barbi Marković (Österreich/Serbien): Den Preis der Leipziger Buchmesse 2024 gewonnen – wenn das nicht das Gegenteil von «Minihorror» ist. Dabei heißt genauso das krass lustige Buch von Barbi Marković. Popliteratur at its best!

 

Romina Nikolić (Deutschland): Sprach - und bildgewaltig verflicht die Lyrikerin das Ganzganzgroße mit dem Kleinsten. Mikrokosmos meets Makrokosmos meets Popkultur. Kein Wunder also, dass ihr Buch «Unterholz» nicht nur vom Publikum und der Kritik, sondern auch von Sprachsalz gefeiert wird.

 

Hiroko Oyamada (Japan): Gleich für ihren ersten Roman «Die Fabrik» erhielt Hiroko Oyamada aus Hiroshima den renommierten japanischen Akutagawa Literaturpreis. Kaum etwas bei ihr ist so, wie es scheint – in «Das Loch» entdeckt Asa eine Anderswelt, die, wie Oyamadas Bücher in uns Lesenden, alles auf den Kopf stellt.

 

Vladimir Sorokin (Russland/Deutschland): Wärme spendet Sorokins Literaturwelt, auch wenn sie so «crazy» (SZ) ist wie die seines jüngsten Romans «Doktor Garin» – daraus wird Sorokin lesen. Wir freuen uns, dass einer der bekanntesten russischen Autoren bei uns zu Gast ist

 

Michael Stavarič (Österreich/Tschechien): So virtuos – und erfolgreich! – als Romancier wie als Lyriker oder preisgekrönter Kinderbuchautor. Kein Buch ist wie das andere. Und jede Lesung ist bei Michael Stavarič, diesem Sprachwanderer zwischen Magma und Haien, ein beglückendes Ereignis.

 

Douglas Stuart (Schottland/USA): Zwei Bücher – und umgehend internationale Anerkennung für Douglas Stuart, Modedesigner und Autor autobiografischer Bücher über Kindheit, Jugend, Leben und Lieben im harten Glasgow. Für «Shuggie Bain» erhielt er aus dem Stand den Booker Prize, Englands renommiertesten Literaturpreis.

 

Urs Zürcher (Schweiz): Auch sein neuester Roman «Begehren» kreist um Freundschaften, diesmal raffinierter denn je zuvor. Vier Stimmen. Vier Teil-Panoramen. Eine Gesellschaft in der Monster-Totalen. Viele Flashs, Kurzszenen, vier Leben, Balancen und Disbalancen …

 

Besondere Programmpunkte:

Mariana Dimópulos (Argentinien): Die mehrsprachigen Kosmopolitin Dimópulos, die vier Romane schrieb und ins Spanische Adorno und Heidegger, Robert Musil und Franz Kafka übertrug – und John M. Coetzee. Mit diesem wird sie bei Sprachsalz über das gemeinsam mit ihm geschriebene Buch über Sprache und Übersetzen sprechen, das erst 2025 (!) auf Englisch und Deutsch erscheinen wird.

 

Ariela und Thomas Sarbacher (Schweiz/Deutschland) lesen «PEDRO PÁRAMO», begleitet von der Band INTIMSPRAY

Eine fulminante Lesung von Ariela und Thomas Sarbacher ((Schweiz/Deutschland, bei Sprachsalz Kenner*innen vertraute Gesichter), live begleitet von der Postpunk-Band INTIMSPRAY (die hier andere Saiten anschlägt) bildet den krönenden Abschluss und ist ein ganz besonderer Leckerbissen des diesjährigen Festivals. «Es würde mich drei Monate kosten, auch nur ein paar Zeilen über Juan Rulfo zu schreiben. Ich werde einfach wiederholen, was ich immer schon überall gesagt habe: Pedro Páramo ist der schönste Roman, der seit der Geburt der spanischsprachigen Literatur geschrieben worden ist», sagte kein geringerer als Gabriel García Márquez.

 

Sprachsalz stellt sich vor

Dem Sprachsalz-Team ist bewusst, dass die Menschen in Kufstein das Festival möglicherweise noch nicht kennen und erst erobert werden wollen. Hinzu kommt ein potenziell großes Publikum aus dem Umland, insbesondere aus dem nahen bayerischen Raum. Ob dies gelingt, wird sich zeigen. Doch das Team ist stolz darauf, 21 Jahre lang abseits vom Event-Getöse ein Literaturfestival geschaffen zu haben, das Menschen begeistert: Menschen, die gerne zuhören, nachdenken und ein offenes Herz für andere, neue Sprachen haben. Menschen, die nicht nach dem schnellen Hype suchen, sondern nach besonderen literarischen Inhalten und authentischen Stimmen. Und die es zu schätzen wissen, auch im Jahr 2024 nichts dafür bezahlen zu müssen.

 

Wir freuen uns schon auf alle unsere neuen und bisherigen Besucher*innen und natürlich auf Sprachsalz 2024 in Kufstein, das Sprachsalz-Team:

 

Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Magdalena Kauz, Ulrike Wörner, Max Hafele, Alexander Kluy, Klaus Klein

 

Für die Presse:

Magdalena Kauz und Max Hafele, [email protected], Social Media: Daniel Homolka

 

SUBVENTIONEN, SPONSORING, PARTNERSCHAFTEN

Hauptsponsor*innen und Subventionsgeber*innen: Bundeskanzleramt KUNST, Land Tirol, Stadt Kufstein, Tourismusverband Kufsteinerland

Weitere Sponsor*innen: Arte Hotel Kufstein, Bar Vitus & Urban, KUBI Kufstein Bibliothek für Wissenschaft & Freizeit, Hotel Platzhirsch, Hotel Goldener Löwe Kufstein, Hotel Kufsteinerhof, Unterberger Automobile, Literar mechana, LBB – Franz Oberladstätter, Lampe Reisen, Buch-Café Lipott Kufstein, Buchhandlung Tyrolia Kufstein, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Tiroler Versicherung.

Kooperationspartner*innen: Kultur Quartier Kufstein, Ablinger.Garber, Coffee Bike Kufstein, Neue Kronenzeitung, Buch Wien, Presseclub Concordia, ORF Ö1 Club, Forschungsinstitut Brenner Archiv (Universität Innsbruck), Volltext, Zwanzger – Die Tiroler Straßenzeitung, Buchkultur.

 

Fotos und mehr im Dropbox-Ordner zum Download unter: https://goo.gl/S6yTYt

 

Alle autor*innen 2024

John M. Coetzee (Südafrika/Australien); Valerie Fritsch (Österreich); Eva Maria Gintsberg (Österreich); Vigdis Hjorth (Norwegen); Barbi Marković (Österreich/Serbien); Romina Nikolić (Deutschland); Hiroko Oyamada (Japan);  Vladimir Sorokin (Russland); Michael Stavarič (Österreich/Tschechien); Douglas Stuart (Schottland/USA); Urs Zürcher (Schweiz); Special guests: Mariana Dimópulos (Argentinien), Ariela und Thomas Sarbacher (Schweiz/Deutschland), INTIMSPRAY

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Aktuelle Presse-Unterlagen zu Sprachsalz, Fotos und Berichte von früheren Festivals finden Sie auch versammelt im Dropbox-Ordner zum  Download unter:  https://bit.ly/presse-sprach

 


Kulturstadt Kufstein – nun mit Sprachsalz

(Pressemeldung Juni 2024)

Foto: MK Sprachsalz, Hitergrund Yves Noir
Foto: MK Sprachsalz, Hitergrund Yves Noir

21 Jahre lang hat das Literaturfestival Sprachsalz das Kulturleben in Hall bereichert, jetzt hieß es weiterziehen – und das nach Kufstein. Die mittelalterliche Festungsstadt ist ein Glücksfall für das Festival, bietet sie doch eine breite kulturelle Basis wie auch eine lebendige, inspirierende Atmosphäre, in der das literarische Angebot von Sprachsalz offene Ohren, Köpfe und Herzen findet. Und als ob es Programm wäre, trägt die Stadt das Salz bereits in Form eines Salzfasses in ihrem Wappen.

 

Bewährtes in Kufstein

2024 gibt es weiterhin die beliebten Festival-Konstanten. Sprachsalz bleibt nach wie vor das einzige internationale Literaturfestival in Österreich mit interkontinentaler Besetzung, was die Autor*innen anbelangt. Das Festival geht dabei wie immer eintrittsfrei über die Bühne – nur am Samstag-Abend wird zu den Lesungen auch ein Essen serviert, und dieses ist zu bezahlen (wenige Plätze kann man auch eintrittsfrei reservieren). Damit ist ein niederschwelliger Zugang zu hochwertiger Literatur gewährleistet.

 

Als zentraler Festivalort für die drei Festivaltage dient das «Kultur Quartier» – mit einer durchdachten Eventarchitektur und natürlich barrierefrei. Von 13. bis 15. September lesen dort und im angrenzenden «Vitus & Urban» Autoren und Autorinnen aus aller Welt. Norwegen, Japan, USA, Schottland und Südafrika sind etwa vertreten. Bei Lesungen, Gesprächen und beim Signieren der Bücher bietet sich die Gelegenheit, den Literat*innen und deren Werken näherzukommen; fremdsprachige Autor*innen sind selbstverständlich auch in deutscher Übersetzung zu hören.

 

Und auch für Kinder gibt es wieder Feines am Samstag und Sonntagnachmittag: eine Buch-Bastelwerkstatt mit Christian Yeti Beirer in der KUBI, der Kufstein Bibliothek für Wissenschaft & Freizeit: Am Samstag findet eine Veranstaltung mit Michael Stavarič, der mehrfach den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteraturpreis erhielt (zuletzt 2022), statt.

 

Autor*innen 2024

Die Mischung, für die sich das erfolgsbewährte Kurator*innen-Team entschieden hat, reiht sich 2024 nahtlos in alle bisherigen Ausgaben ein. Dafür stehen Namen wie Hiroko Oyamada (Japan), Nobelpreisträger John M. Coetzee (Südafrika/Australien), Douglas Stuart (Schottland/USA), Vigdis Hjorth (Norwegen), Barbi Marković (Österreich/Serbien), Michael Stavarič (Österreich/Tschechien) oder Eva Maria Gintsberg (Österreich).

 

Details zu den Autor*innen

  • Gleich für ihren ersten Roman «Die Fabrik» erhielt Hiroko Oyamada aus Hiroshima den renommierten japanischen Akutagawa Literaturpreis. Kaum etwas bei ihr ist so, wie es scheint – in «Das Loch» entdeckt Asa eine Anderswelt, die, wie Oyamadas Bücher in uns Lesenden, alles auf den Kopf stellt.
  • Einer der Großen der Weltliteratur ist der Literaturnobelpreisträger John M. Coetzee. «Schande», «Der Pole» oder «Elizabeth Costello»: weltweit erfolgreich, gelesen und bewundert. Und äußerst selten zu Gast in Europa!
  •  Zwei Bücher – und umgehend internationale Anerkennung für Douglas Stuart, Modedesigner und Autor autobiografischer Bücher über Kindheit, Jugend, Leben und Lieben im harten Glasgow. Für «Shuggie Bain» erhielt er aus dem Stand den Booker Prize, Englands wichtigsten Literaturpreis.
  • In Persona so voll mitreißendem Temperament wie ihre Bücher: Vigdis Hjorth ist unübertroffen im Sezieren von Familienstrukturen, Abhängigkeiten und Traumata. Und macht das mit enormer Wucht und furiosem Elan.
  • Den Preis der Leipziger Buchmesse 2024 gewonnen – wenn das nicht das Gegenteil von «Minihorror» ist. Dabei heißt genauso das krass lustige Buch von Barbi Marković. Popliteratur at its best!
  • Ein Multitalent ist die Tirolerin Eva Maria Gintsberg: Schauspielerin, Rezitatorin, Germanistin und Dichterin. Ihre Lyrik: sensibel, subtil, sprachlich kunstvoll geschichtet und tief wurzelnd. Und ihre Erzählung «Herr Klein»: ein magisches Buch vom Aufbruch und Reisen.
  • So virtuos – und erfolgreich! – als Romancier wie als preisgekrönter Kinderbuchautor. Kein Buch ist wie das andere. Und jede Lesung ist bei Michael Stavarič, diesem Sprachwanderer zwischen Magma und Kraken, ein beglückendes Ereignis.

 

Zukunftspläne und Team

Das Ziel von Sprachsalz in Kufstein ist klar: Das Festival will die Herzen der Literaturfans der Stadt Kufstein und ihrem Umland gewinnen, Sprachsalz soll sich in die Kulturszene der zweitgrößten Stadt Tirols gut integrieren. Basis dafür ist eine starke und dauerhafte Partnerschaft mit der Stadt und ihren Institutionen.

 

Wir freuen uns schon auf Sie und natürlich auf Sprachsalz 2024 in Kufstein, das Sprachsalz-Team:

Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Magdalena Kauz, Ulrike Wörner, Max Hafele, Alexander Kluy, Klaus Klein

 

Für die Presse:

Magdalena Kauz und Max Hafele, [email protected]

 

 

FÖRDERER, SPONSOREN, PARTNER

Hauptsponsor*innen und Subventionsgeber*innen: Bundeskanzleramt KUNST, Land Tirol,

Stadt Kufstein, Tourismusverband Kufsteinerland

Weitere Sponsor*innen: Arte Hotel Kufstein, Bar Vitus & Urban, KUBI Kufstein Bibliothek für Wissenschaft & Freizeit, Hotel Platzhirsch, Hotel Goldener Löwe Kufstein, Hotel Kufsteinerhof, Unterberger Automobile, Literar mechana, LBB – Franz Oberladstätter, Lampe Reisen, Buch-Café Lipott Kufstein, Buchhandlung Tyrolia Kufstein, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Tiroler Versicherung.

Kooperationspartner*innen: Kultur Quartier Kufstein, Ablinger.Garber, Coffee Bike Kufstein, Der Standard, Kulturlabor Stromboli, Neue Kronenzeitung, Buch Wien, Presseclub Concordia, ORF Ö1 Club, Universitätsbibliothek Innsbruck und Brenner Institut, Forschungsinstitut Brenner Archiv (Universität Innsbruck), Volltext, Zwanzger – Die Tiroler Straßenzeitung, Buchkultur.

 

Fotos und mehr im Dropbox-Ordner zum Download unter: https://goo.gl/S6yTYt

 

Anmeldungen zur Pressekonferenz nehmen wir gerne bereits entgegen. Bitte melden Sie sich an unter https://tally.so/r/wax7vv, wir danken im Voraus.


Download
Information des Vorstandes_februar 2024
sprachsalz24_Information_fin.pdf
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Sprachsalz bewegt (sich)


Information des Sprachsalz-Vorstands

Im Bild: Kulturquartier Kufstein
Im Bild: Kulturquartier Kufstein

 Information des Sprachsalz Vorstandes (Februar 2024)

Wir freuen uns mitteilen zu dürfen, dass Sprachsalz übersiedelt: von Hall in Tirol nach Kufstein.

Das Literaturfestival Sprachsalz hat seit 21 Jahren das Kulturleben in Hall in Tirol bereichert und fand stets im Parkhotel, dem angrenzenden Kurhaus sowie im Medienturm Ablinger.Garber statt. Nun hat sich das Sprachsalz-Team entschlossen, einen neuen Ort für die Durchführung des Festivals zu suchen und ist in Kufstein herzlich empfangen worden.

 

Diese Entscheidung wurde aus mehreren Gründen getroffen. Es ist uns nicht leichtgefallen! Es wurde von der Haller Stadtregierung beschlossen, die Subvention für Sprachsalz (und aller anderen Kulturvereine) um 50% zu kürzen, was die Durchführung eines Festivals dieser Größe und Internationalität unmöglich gemacht hätte.

 

Halls Kulturstadtrat Christoph Sailer hat sich im Nachhinein zwar vehement dafür eingesetzt, für Sprachsalz eine Ausnahme – die Rücknahme der Kürzungen für Sprachsalz – zu schaffen: Das ist für uns jedoch im Hinblick auf die anderen Vereine, mit denen wir seit vielen Jahren kooperieren und friedlich koexistieren, auf keinen Fall denkbar.

 

Kufstein als Festivalort

Wir wollen weiterhin eine Plattform bieten, um hochkarätige Autor*innen und begeisterte Leser*innen zusammenzubringen. Kufstein erweist sich aus mehreren Gründen als Glücksfall für das Literaturfestival Sprachsalz. Zum einen bietet Kufstein eine breite kulturelle Basis, die viele Menschen, gerade auch aus dem weiteren Umfeld bis nach Bayern, in die schöne mittelalterliche Stadt lockt. Zum anderen sind wir überzeugt, dass Sprachsalz hier eine lebendige und inspirierende Atmosphäre findet, in der unser literarisches Angebot auf großes Interesse treffen wird.

 

Einen speziellen Dank an den Bürgermeister der Stadt Kufstein Martin Krumschnabel, den Kulturstadtrat Klaus Reitberger, den Tourismus Verband Obmann Georg Hörhager und den Kulturredakteur Hubert Berger (Kronenzeitung), die uns mit ihrem Engagement überrascht und erfreut haben.

 

Sprachsalz hat sich weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht, ist es doch das einzige internationale Literaturfestival in Österreich und hat immer wieder Autor*innen besonderer Güte und Originalität auftreten lassen.

Um nur einige zu nennen: Daniel Kehlmann, Herta Müller, Ocean Vuong, Friederike Mayröcker, Stewart O´Nan, Kenzaburo Oe, Frank McCourt, A.L. Kennedy, William H. Gass, Martin Walser, John Cleese und viele mehr (370 in 21 Jahren, hier die ganze Liste finden Sie hier). Auch unser bisheriges, treues Publikum ist ein einzigartiges und enthusiastisches, das uns aller Voraussicht nach treu bleibt und ein paar Kilometer mehr im schönen Tiroler Land auf sich nimmt.

 

Sprachsalz Kufstein vom 13.-15. September

Unser Team freut sich darauf, das Literaturfestival Sprachsalz in Kufstein zu etablieren und eine neue Ära des literarischen Austauschs einzuläuten. Wir sind zuversichtlich, dass wir eine starke und dauerhafte Partnerschaft mit der Stadt Kufstein und ihren Institutionen aufbauen können. Gemeinsam werden wir die literarische Szene in Tirol weiterhin bereichern und ein wie immer unvergessliches Festivalerlebnis für Autor*innen und Leser*innen schaffen.

 

Sprachsalz wird in ähnlicher Konstellation und Größe am Wochenende vom 13.-15. September in Kufstein stattfinden. Die genauen Festivalorte, geladene Gäste und Veranstaltungen geben wir in absehbarer Zeit bekannt.

 

DANK AN BISHERIGE UNTERSTÜTZER*INNEN

Mit unserer Entscheidung nach Kufstein zu ziehen, möchten wir betonen, dass wir weiterhin ein offenes, engagiertes und eintrittsfreies Festival bleiben. Wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir in Hall erfahren haben, und bitten um Verständnis für unsere Entscheidung. Wir möchten ausdrücklich bemerken, dass wir unseren bisherigen Unterstützer*innen und Mitstreiter*innen vor Ort, allen voran dem Parkhotel Hall, Ablinger.Garber, dem Tourismusverband Hall, dem Kulturlabor Stromboli sowie allen anderen Sponsor*innen für die langjährige Unterstützung sehr dankbar sind.

Darüber hinaus sind wir auch unseren Subventionsgeber*innen, dem Bundeskanzleramt KUNST und dem Land Tirol zu Dank verpflichtet, außerdem der LiterarMechana sowie der Pro Helvetia.

Wir wünschen uns, dass die durch unseren Weggang freiwerdenden Subventionsgelder den anderen Haller Kulturvereinen zur Verfügung gestellt werden!

 

Für Ihr Interesse und Ihre wohlwollende Unterstützung bedankt sich der Sprachsalz-Vorstand:

Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Ulrike Wörner, Magdalena Kauz, Max Hafele

 

Bisherige FÖRDERER, SPONSOREN, PARTNER von Sprachsalz Hall

Hauptsponsor*innen und Subventionsgeber*innen: Bundeskanzleramt KUNST, Land Tirol, Stadt Hall i.T., Parkhotel Hall

Bisherige weitere Sponsor*innen: Kulturregion Hall-Wattens, Kultur.Tirol, Kraftfahrzeuge Dosenberger, LiterarMechana, LBB – Franz Oberladstätter, Hall AG, Restaurant Welzenbacher, Tirol Kliniken Hall, Lampe Reisen, Liber Wiederin Buchhandlung, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Tiroler Versicherung, Welzenbacher Restaurant

Bisherige Kooperationspartner*innen: Ablinger.Garber, Buch Wien, Der Standard, Forschungsinstitut Brenner Archiv (Universität Innsbruck), Kulturlabor Stromboli, Kronenzeitung, Tiroler Tageszeitung, Forschungsinstitut Brenner Archiv (Universität Innsbruck), Klangspuren Schwaz, Presseclub Concordia, ORF Ö1 Club, Universitätsbibliothek Innsbruck, Volltext, Zwanzger – Die Tiroler Straßenzeitung