Jetzt hier alle Informationen zum aktuellen Programm.  Für den Samstag Abend gibt es zur Zeit keine Plätze mehr, Sie können sich aber noch auf die Warteliste buchen lassen: Mehr Infos hier.

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DAS DETAILPORGRAMM Sprachsalz 2019
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Sprachsalz 2019  - Literarische Herzstücke

Foto M. Kauz
Foto M. Kauz

 vom 6.-8. September 2019 mit den AUTORINNEN und AUTOREN :

Pedro Badrán (Kolumbien)

Antonia Baum (Deutschland)

Zoltán Danyi (Serbien)

Elke Heidenreich (Deutschland)

C. H. Huber (Österreich)

Lorenz Langenegger (Schweiz)

Barbi Markovic (Serbien/Österreich)

Marie Modiano (Frankreich)

Ernst Molden (Österreich)

Herta Müller (Deutschland)

Gabriele Petricek (Österreich)

Vladimir Sorokin (Russland)

Dieter Sperl (Österreich)

Durian Sukegawa (Japan)

Philipp Weiss (Österreich)

 

Die AutorInnen der 17. Auflage der Internationalen Literaturtage Sprachsalz (6.–8. September 2019) erzählen von monströsen Realitäten, über das leise Unglück, außergewöhnliche Freundschaften und zeigen ein berauschendes Panoptikum unserer Wirklichkeit. Neben Vladimir Sorokin, Elke Heidenreich, Zoltán Danyi, Philipp Weiss oder Durian Sukegawa sind viele weitere internationale literarische Stimmen zu Gast: Darunter Herta Müller oder Ernst Molden beim großen Sprachsalz-Abend am Samstag. Der Eintritt für alle Veranstaltungen im Parkhotel, dem Kurhaus, im Medienturm Ablinger.Garber und erstmals im Stadtsaal Hall ist wie immer frei.

„Auch in diesem Jahr teilen wir unsere literarischen Herzstücke wieder mit unseren Besucher*innen – und freuen uns auf all die Schriftsteller*innen, die diese Werke bei Sprachsalz vorstellen. In Zeiten des sich immer schneller drehenden Bestsellerrades ist Sprachsalz die perfekte Entschleunigung: Hier geht es um die ganz individuellen und zeitlosen Leseerlebnissen abseits von Neuerscheinungslisten und Verkaufsrankings. Wir präsentieren Ihnen Hörens- und Lesenswertes – von Lyrik bis Prosa und dazwischen auch mal mit Querbezügen zu Musik, Wissenschaft und Theater“, so Magdalena Kauz, Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Ulrike Wörner und Urs Heinz Aerni, die gemeinsam für das Programm verantwortlich zeichnen.

 

Mit C. H. Huber eröffnet eine Tiroler Autorin das diesjährige Festival, die mit ihren Texten wie dem soeben erschienenen Gedichtband „die vögel reden wieder miteinander“ lustvoll den Blick auf anderes schärft und für ein verspieltes Lesen öffnet.

 

Die Literaturnobelpreisträgerin war bereits 2007 zu Gast bei Sprachsalz und hat mit ihren Sprachkunstwerken begeistert: In diesem Jahr stellt Herta Müller „Im Heimweh ist ein blauer Saal“ vor, der vierte Band ihrer Gedichtcollagen, dem sie erstmals ein Making-of ihres Dichtens mit Schere und Papier voranstellt. Aber sie liest auch aus ihrem berührenden Roman „Atemschaukel“, in dem sie über die politische Verfolgung in Rumänien erzählt. Herta Müller ist außerdem eine der Autor*innen beim großen Sprachsalz-Abend am Samstag mit Literatur und Kulinarik.

 

Die literarischen Miniaturen „Alles kein Zufall“ der Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Kabarettistin Elke Heidenreich sind eine Liebeserklärung an das Leben mit all seiner Tragik und Schönheit und amüsante und kluge Geschichten, in denen man sich wiedererkennen kann – und die dann zusammenwachsen zu einem einzigen Roman jedes unwiederholbaren Lebens. Heidenreich wird auch beim Sprachsalz-Club im Stadtsaal – neben Parkhotel, Kurhaus und Medienturm Ablinger.Garber ein in diesem Jahr neuer Veranstaltungsort – über „Der Übergriff der Literatur ins Leben“ sprechen.

 

Ein weiterer Gast in diesem Jahr ist Vladimir Sorokin, der seine Kritik am politischen System Russlands mit den Mitteln der Satire in Erzählungen über irrwitzige und oft dystopische Welten übersetzt. Sein aktueller Roman „Manaraga. Tagebuch eines Meisterkochs" ist zudem eine bitterböse Abrechnung mit dem Literaturbetrieb, dessen Angriffen sich der russische Schriftsteller und Dramatiker selbst ausgesetzt sah.

 

Dass Krieg für die Betroffenen nie enden kann, stellt der Autor Zoltán Danyi, Angehöriger der ungarischen Minderheit in Serbien, in seinem zorniger Romanerstling „Der Kadaverräumer“ eindrucksvoll unter Beweis.

Wer ist dieser Erzähler, der in einem reißenden Redestrom zwischen den traumatischen Schauplätzen seines Lebens hin und her taumelt? Und ist er Opfer oder Täter?

 

Die Komplexität der Welt, in der wir leben, erzählbar machen: Philipp Weiss – Rauriser Literaturpreisträger 2019 – gelingt dies in seinem umjubelten fünfbändigen Romandebüt „Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen" über Fortschritt und die drohende Selbstzerstörung der Menschheit.

 

Die in Belgrad geborene und in Wien lebende Schriftstellerin Barbi Markovic zeichnet in ihrem Stadtroman „Superheldinnen“ pointiert und mit viel bitterer Ironie die Geschichte um drei Immigrantinnen aus dem Balkan nach, die in Wien den Aufstieg in den gesellschaftlichen Mittelstand schaffen wollen – ein schräge wie skurrile Ode an den Pessimismus und an drei absolut zeitgenössische Frauenfiguren.

 

In seinem küchenphilosophischen Roman „Kirschblüten und rote Bohnen“ erzählt der japanische Schriftsteller, Schauspieler und Punkmusiker Durian Sukegawa die Geschichte einer besonderen Freundschaft und über den Glauben an die kleinen Dinge des Lebens – melancholisch, ohne sentimental zu werden, berührend, ohne kitschig zu sein. In Kooperation mit dem Leokino Innsbruck ist die gleichnamige preisgekrönte Verfilmung von Naomi Kawase zu sehen (Montag, 9. September, 18.30 Uhr, Leokino).

 

Amuse Bouche MIT ALLZU TIER- UND MENSCHLICHEM

Als Freund der Tierwelt präsentiert sich der Wiener Liedermacher und Dichter Ernst Molden in seinem Kolumnenband „Das Nischenvieh“, in dem er mit fundiertem Wissen und viel Humor von den wilden Tieren seines Lebens – vom Afrikanischen Ochsenfrosch bis zur Stubenfliege – berichtet. Bei „Amuse Bouche: Late Night“ am Freitagabend wird er im Gespräch mit Düsi Künzler über die Schnittstelle zwischen Literatur und Musik sprechen und musikalische wie literarische Beispiele dafür geben.

 

Der kolumbianischer Autor Pedro Badrán entwirft in seinem Roman „Der Mann mit der magischen Kamera“ ein Mosaik aus Poesie und Vergänglichkeit. Seine postmoderne, lateinamerikanische Version von „Warten auf Godot“ ist die Geschichte um ein heruntergekommenes Hotel und all derer, die mit dem Haus verbunden sind: Gäste, Eigentümer, Angestellte und Fans eines Mannes, der verschwand und auf dessen Rückkehr alle warten. Neben der Lesung von Badrán wird der Roman auch Thema beim „Amuse Bouche: Verrückte Literatur aus Lateinamerika“ mit dem Übersetzer Peter Schultze-Kraft sein.

 

Sprachsalz-Talk – WENN DIE STILLE LAUT WIRD

In seinem soeben erschienenen Buch „Jahr ohne Winter“ begleitet der in Wien lebende Schweizer Autor Lorenz Langenegger seinen liebenswerten Alltagshelden Jakob Walter erneut bei einem Abenteuer wider Willen, das ihn diesmal nach Australien führt: Einmal mehr ein feinsinniger Roman mit präzisem Blick für kleine Risse im zwischenmenschlichen Glück.

 

In Gabriele Petriceks „Die Unerreichbarkeit von Innsbruck“ ist die Grenze zwischen Suche und Verfolgung hauchdünn und durchlässig, um die Möglichkeiten literarischen Erzählens im ständigen Wechsel der Ich-Perspektiven auszuloten.

 

Beim Sprachsalz-Talk im Medienturm Ablinger Garber am Sonntagvormittag sprechen die beiden Schriftsteller*innen darüber, „Wenn das Stille laut wird“ – über die Poesie auf der Bühne und das Theater auf dem Papier.

 

Zwischen Fiktion und Wirklichkeit

Die französische Singer-Songwriterin und Autorin Marie Modiano liest aus ihrem literarischen Reisebuch „Ende der Spielzeit“. Sie verwebt in dem autofiktionalen Roman das unbehauste Dasein einer jungen Künstlerin, die erstmals die Härten des Theaterbetriebs zu spüren bekommt, mit dem Widerhall einer frühen, tiefen Liebe.

 

Die deutsche Journalistin und Autorin Antonia Baum wird nach ihrer Absage im letzten Jahr heuer nach Hall kommen. Sie widmet „Tony Sonprano stirbt nicht“ einer Eltern-Kinder-Beziehung: Ihr berührendes Buch über den Tod und das Schreiben erzählt von Kindern, die ständig um das Leben ihres risikoverliebten Vaters fürchten, und darüber wie es sich anfühlt, wenn aus Fiktion plötzlich Realität wird.

 

Zwischen Vorstellung und Wirklichkeit siedelt der österreichische Schriftsteller Dieter Sperl seine literarischen Kurzformen an, wenn er die Leser*innen auf eine Reise durch seine Wahrnehmungen und Betrachtungen seiner eigenen Identität nimmt. So auch in seinem neuen Buch „Der stehende Fluss“: Erinnerungen, Träume, auf der Straße Aufgeschnapptes oder Partikel von Lektüren kondensiert er zu hochverdichteten Textgebilden.

 

DER GROSSE SPRACHSALZ-ABEND

Der Festabend am Sprachsalz-Samstag bietet Kulinarisches und Literarisches: Neben Lesungen – etwa von Herta Müller oder Ernst Molden – gibt es ein Sprachsalz-Menü. Einlass 18.00 Uhr, ab 19.00 Uhr Vorspeise und Hauptgang, Lesungen ab 20.30 Uhr, Dessertpause. Reservierung nur mit Menü möglich (VVK à 39 Euro/Person, ohne Getränke): online www.sprachsalz.com/reservationen/ oder unter reservation@sprachsalz.com bzw. T: +43 680 3144890.

 

SPRACHSALZ-MINI

Auch in diesem Jahr bietet Sprachsalz-Mini mit einer Buchwerkstatt für Kinder Einblicke hinter die Kulissen und lädt zum Selbermachen ein. Währenddessen wird es kurze Lesungen mit Texten für Kinder u. a. mit Elke Heidenreich, Gabriele Petricek, Lorenz Langenegger und Dieter Sperl geben. (Eintritt frei, für Kinder von 7–12 Jahren, Material wird zur Verfügung gestellt – Anmeldung empfohlen: http://bit.ly/sprachsalz-mini)

 

Für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung bedanken sich die Sprachsalz-Organisatoren:

Valerie Besl, Magdalena Kauz, Max Hafele, Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Urs Heinz Aerni

und Ulrike Wörner

 


Sprachsalz 2018

Sprachsalz 2018 hat vom 14.-16. September stattgefunden:  Infos zu den Autoren und das Programm gleich hier.

 

Fast alle Lesungen sind ausserdem nachzuhören auf unserer Audio-Seite.

 

Sprachsalz 2019: Vom 6.-8. September 2019. Abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden.