SPRACHSALZ LITERATURFESTIVAL 2021

Die Streams sind nachzusehen: bit.ly/SprachTube.

Alle Links zu den Livestreams  sind bis 20.9.2021  24 Uhr online):

Herausragend! Großer Zuspruch für Sprachsalz Digital-Edition 2021

Die 19. Literaturtage Sprachsalz (10.–12. September 2021) wurden einmal mehr zu einem Festival der Vielsprachigkeit in digitalen Zeiten. An drei Tagen waren Autor*innen aus Paris und New York, Beckley West Virgina und Rocca Grimalda, Hyōgo und Zürich via Livestream zu Gast. Literaturbegeisterte konnten diesmal im Rahmen von Lesungen und Gesprächen Jon Fosse, Yoko Ogawa, Scott McClanahan, Michael Chabon, Nicolas Mahler u. v. a. m. via Stream live erleben.

 

„Das gemeinsame Erlebnis, sich in einem vollen Saal von seiner Lieblingsautorin auf der Bühne in Bann ziehen oder vom eben gehörten Autor ein Buch am Büchertisch signieren zu lassen, kann durch nichts ersetzt werden – aber es gab auch in diesem Jahr viele berührende Momente in den Gesprächen, überwältigende Augenblicke bei den Lesungen, die wir via Livestream ermöglicht haben. Und auch der herzliche Zuspruch unseres Publikums unterstreicht, wie wichtig lebendige Kultur gerade in diesen Zeiten ist: Die Vielzahl an Zugriffe auf unseren Streamingkanälen sind der beste Beweis, dass herausragende Literatur auch in dieser Variante lebendig wird!“ freuen sich die Organisator*innen Magdalena Kauz, Ulrike Wörner, Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Boris Schön, Valerie Besl und Max Hafele.

 

Von der Bar des Parkhotel Hall, die in analogen Jahren zentraler Treffpunkt des Austausches und der Begegnung ist, wurde via Livestream zu Lesungen und Gesprächen mit Autor*innen in London, Berkeley Kalifornien, Hainburg, Wien, Paris, New York, Beckley West Virgina, Upstate New York, Hyōgo, Rocca Grimalda, Zürich, Berlin und Köln geladen.

 

Einige Autor*innen wie Scott McClanahan waren zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum zu erleben, seltene Festivalgäste wie Yoko Ogawa und Jon Fosse gaben Einblicke in ihre literarische Arbeit und die kulturellen Bezüge ihrer Werke. Ein beeindruckendes Werkstattgespräch eröffnete einen Blick auf den Kosmos von Nicolas Mahler und bereichernde Querverbindungen zu anderen künstlerischen Genres zeichnen auch die literarischen Texte von Fehlfarben-Frontman Peter Hein aus, der als einziger vor Ort zu Gast sein konnte.

 

Die bemerkenswerten Möglichkeiten sprachlicher Ausdruckskraft wurden bei Lesungen von Hari Kunzru, Jenny Offill, Ned Beauman, Camille Kouchner, Raffaella Romagnolo, Michael Chabon und Ayelet Waldman unter Beweis gestellt. Und auch 2021 wurden Neuerscheinungen wieder eine Bühne geboten: So stellte Hanno Millesi seinen eben erschienenen Roman »Der Charme der langen Wege« vor und Ariela Sarbacher war mit ihrem Debütroman »Der Garten im Sommer meiner Mutter« zu Gast.

Mit den diesjährigen Kinderbuch-Autor*innen Andrea Karimé, Cally Stronk und Christian Friedrich kam es zu herzlichen virtuellen Begegnungen und Christian Yeti Beirer begeisterte einmal mehr mit einem Mal- und Text-Workshop für junge Bücherwürmer.

Die Tradition der Sprachsalz-Überraschungsgäste wurde diesmal mit einem musikalischen Gruß der Band Intimspray mit Frontman und Sprachsalz-Obmann Heinz D. Heisl fortgeführt, die Sonntagabend zwei Songs ihres neuen Albums vorstellte. 

 

Die einzigartige Atmosphäre der Stadt Hall konnte durch filmische Porträts digital erlebt werden. Und auch in der zweiten digitalen Ausgabe von Sprachsalz konnten sich die Zuschauer*innen im Chat austauschen, Fragen an die Autor*innen stellen und Bücher gewinnen. „Wir danken auch den Magazinen, Tageszeitungen und TV-Stationen, die uns in der Präsenz in Form von Medienkooperationen auf so vielen Kanälen unterstützt haben. Sie haben gemeinsam mit uns ein digitales Festival möglich gemacht – auch wenn wir unser Publikum hier im Festivalzentrum in Hall sehr vermissen.“

 

Die 20. (Jubiläums-)Ausgabe der internationalen Literaturtage Sprachsalz findet von 9. bis 11. September 2022 statt.

 

SPRACHSALZ 2021 – DETAILPROGRAMM  (Mehr dazu finden Sie auch hier:)

FREITAGABEND, 10.9.

19.00 Uhr Hanno Millesi (Österreich)

20.00 Uhr Scott McClanahan (USA)

21.00 Uhr Camille Kouchner (Frankreich)

22.00 Uhr Hari Kunzru (USA)

23.00 Uhr Jenny Offill (USA)

 

SAMSTAG, 11.9.: Kinderprogramm

14.00 Uhr Andrea Karimé (Deutschland)

14.40 Uhr Cally Stronk und Christian Friedrich (Deutschland)

15.30 Uhr Christian Yeti Beirer (Österreich)

 

SAMSTAG, 11.9.

20.00 Uhr Ned Beauman (England)

21.00 Uhr Raffaella Romagnolo (Italien)

22.00 Uhr Ariela Sarbacher (Schweiz)

23.00 Uhr Yoko Ogawa (Japan)

 

SONNTAG, 12.9.

18.00 Uhr Jon Fosse (Norwegen)

19.00 Uhr Nicolas Mahler (Österreich)

20.00 Uhr Michael Chabon (USA), Ayelet Waldman (USA)

22.00 Uhr Peter Hein (Deutschland)

 

PRESSETEXT

SPRACHSALZ LIVE IM NETZ – DIGITALE VIELSPRACHIGKEIT

Um auch bei der diesjährigen Ausgabe von Sprachsalz (10. bis 12. September) die Vielsprachigkeit der Literatur live erlebbar zu machen, werden die internationalen Literaturtage einmal mehr zum attraktiven digitalen und interaktiven Festival. Freuen kann man sich in diesem Jahr unter anderem auf Michael Chabon und Ayelet Waldman, Nicolas Mahler, Yoko Ogawa, Jon Fosse, Camille Kouchner oder Scott McClanahan. Eröffnet wird der Festival-Livestream unter www.sprachsalz.com am Freitagabend von Hanno Millesi, der Samstagnachmittag bietet ein Online-Kinderprogramm.

 

Seit 19 Jahren laden die Literaturtage Sprachsalz internationale und heimische Autor*innen sowie Literaturbegeisterte zum Austausch ins Parkhotel und an zahlreiche Orte in der Stadt Hall – dieser Einladung sind bisher tausende Besucher*innen und rund 300 Schriftsteller*innen gefolgt. Nach wie vor lassen es die Gegebenheiten nicht zu, ein Literaturfestival in analoger Form umzusetzen, das für volle Säle und Terrassen, für regen Austausch an der Hotelbar und in der Lobby bekannt und beliebt ist. Nach wie vor können aber vor allem die meisten internationalen Gäste ihre Reisen nicht antreten.

 

Für die bereits sehr erfolgreiche digitale Ausgabe 2020 mit rund 8.500 Besucher*innen des Livestreams gab es viele begeisterte Rückmeldungen über den barrierefreien und sicheren Zugang zu Literatur auf höchstem Niveau. Einmal mehr werden daher in diesem Jahr moderierte Lesungen, Gesprächsrunden sowie Eindrücke aus dem Festivalzentrum im Parkhotel Hall live auf YouTube übertragen. Die Autor*innen lesen an ihren Wohn- und Arbeitsorten, deutschsprachige Schauspieler*innen im Festivalzentrum aus deren Übersetzungen und die Zuseher*innen können sich via Chat in Diskussionen einbringen. Falls es die Umstände erlauben, gibt es auch Public Viewing im Parkhotel Hall. Der Eintritt ist wie immer frei.

 

PROGRAMM FREITAG

 

Eröffnet werden die diesjährigen Literaturtage von Hanno Millesi, seine Nähe zur bildenden Kunst sowie sein genau kalkuliertes Experimentieren mit Text und Situation machen ihn zu einer literarischen Ausnahmeerscheinung. Im neuesten Werk »Der Charme der langen Wege« kann man sich in die Geschichte eines Geräuschemachers, eines Künstlers, einer traurigen Person und einer Wirklichkeit versetzen, die weit entfernt des eigenen Lebens verläuft. (FR, 10. September, 19.00 Uhr)

 

US-Indie-Ikone Scott McClanahan erzählt in seinen Texten von der Vergänglichkeit des Moments, der immer schon vorbei zu sein scheint. Nach »Sarah«, einem herzzerreißend komischen Roman über eine längst vergangene Liebe, blitzt auch in »Crap« das familiäre Leben mit einem liebevoll gezeichneten »Haufen Freaks« im tiefsten amerikanischen Hillbilly-Land nur mehr in der melancholischen Rückschau auf. (FR, 10. September, 20.00 Uhr)

 

Mit ihrem Roman »Die große Familie« hat die französische Rechtsanwältin und Autorin Camille Kouchner eine ganze Gesellschaft aufgewühlt: Im sehr persönlichen Buch über Inzest erhellt Kouchner aus eindrücklicher Perspektive das dunkle Geheimnis einer Familie der intellektuellen Pariser Elite – und legt die sexuellen Übergriffe des Stiefvaters gegen ihren Zwillingsbruder offen. (FR, 10. September, 21.00 Uhr)

 

Aus New York zu Gast bei Sprachsalz Digital ist der Schriftsteller Hari Kunzru, der auch in seinem neuen, raffiniert komponierten Roman »Red Pill« der erregten Zeit den nervösen Puls fühlt, wenn er über die Suche nach Ordnung in einer Welt schreibt, die den Wahnsinn als Wahrheit ausgibt. (FR, 10. September, 22.00 Uhr)

 

Die US-amerikanische Schriftstellerin Jenny Offill verbindet in ihrem bodenlos lustigen Roman »Wetter« Einbildungskraft und absolute Gegenwärtigkeit, zugleich gibt sie mit der Geschichte über eine Bibliothekarin mit Hang zu apokalyptischen Gedanken einen unheimlichen Einblick in das polarisierte Amerika von heute. (FR,

10. September, 23.00 Uhr)

 

PROGRAMM SAMSTAG

 

Samstagabend geht es live weiter mit dem englischen Journalisten und Autor Ned Beauman, der in seinem neuesten Roman »Warum der Wahnsinn einer Niederlage vorzuziehen ist« mit wunderbarem Humor und ergänzt durch großartig recherchierte Fakten eine Hommage an die Dreharbeiten legendärer Filme an entlegenen Orten zeichnet, die völlig außer Kontrolle gerieten. (SA, 11. September, 20.00 Uhr)

 

Die italienische Autorin Raffaella Romagnolo widmet ihren Coming-of-Age-Roman »Dieses ganze Leben«, der für den Premio Strega nominiert war, dem Geheimnis einer Familie, in der jeder Fehler gemacht hat, mit fatalen Folgen für das eigene, aber vor allem auch das Leben vieler anderer. (SA, 11. September, 21.00 Uhr)

 

Ausgelassen oszilliert Ariela Sarbachers literarisches Debüt »Der Sommer im Garten meiner Mutter« zwischen Jahrzehnten, Ereignissen und Erinnerungen und erzählt die Geschichte einer Mutter und einer Tochter im Wechselspiel zwischen leidenschaftlicher, mediterran angehauchter Italianità und nüchtern-schweizerischem Erzählton. (SA, 11. September, 22.00 Uhr)

 

Aus Japan zu Gast im Livestream ist die Schriftstellerin Yoko Ogawa, die aus ihrem parabelhaften Roman »Insel der verlorenen Erinnerungen« liest: Eine dystopische Geschichte über einen totalitären Staat, der seinen Bewohner*innen unter Strafe die Erinnerung verbietet – und ein Plädoyer für die subversive Kraft der Literatur. (SA, 11. September, 23.00 Uhr)

 

PROGRAMM SONNTAG

Sonntagabend erzählt Jon Fosse, Meister des Essentiellen und der Metaebene, in »Der andere Name. Heptalogie I – II« – den ersten beiden Teilen seines siebenteiligen Opus Magnum – vor dem Hintergrund der norwegischen Landschaft auf eindringliche Weise von den existentiellen Fragen des Lebens und vom Wesen der Kunst. (SO,

12. September, 18.00 Uhr)

 

Mit reduziertem Strich und maximalem Wiedererkennungswert hinterlässt der Wiener Nicolas Mahler seit mehr als zwei Jahrzehnten Tuschespuren in der Welt der Comics. Bei Sprachsalz präsentiert er eine Werkschau seines Werdegangs von den Anfängen bis zum finalen Durchbruch mit »Alte Meister« und gewährt Einblicke in die Arbeiten zu seinen literarischen Adaptionen. (SO, 12. September, 19.00 Uhr)

INNOVATIV UND LEBENDIG – das war Sprachsalz 2020

Erfolgreiche Digital-Edition der 18. Literaturtage Sprachsalz

 

Die internationalen Literaturtage Sprachsalz fanden auch in diesem Jahr statt – und blieben international: Autor*innen aus New York und Tokyo, San Francisco und Paris, Wivenhoe und Wien, Martha's Vineyard und Stuttgart, Pittsburgh und Hamburg, Northampton und Port Townsend waren zu Gast und haben live aus ihren Werken gelesen. Gestreamt wurde die digitale Festivalausgabe von Freitag- bis Sonntagabend.

 

„Wir freuen uns besonders, dass wir in diesem Jahr eine inhaltlich wie technisch hochkarätige 18. Ausgabe dieses Festivals präsentieren konnten. Eine Absage war für uns keine Option – gerade jetzt ist es wichtig, Künstler*innen eine Möglichkeit zu bieten, mit ihrem Publikum in direkten Kontakt zu treten und somit Präsenz zu zeigen“, betonen die Organisator*innen Heinz D. Heisl, Elias Schneiter, Magdalena Kauz, Ulrike Wörner, Valerie Besl, Boris Schön und Max Hafele.

„Die von uns geschaffene innovative digitale Form gibt einen Ausblick auf mögliche hybride Varianten von Literaturfestivals der Zukunft. Sie erfordert auf jeden Fall auch viel technische Kreativität – wenn beispielsweise einmal ein externer Streamingkanal plötzlich ausfällt. Umso mehr freut es uns, dass es alleine auf unserer zentralen Plattform 5000 Page Views gab.“

 

Trotz der gegebenen technischen Distanz gab es viele besonders persönliche und höchst lebendige Momente, die auch das analoge Festival schon immer ausgezeichnet haben. Vieles wurde aber erst durch die digitale Variante möglich – so zeigte Ben Lerner in seinem Arbeitszimmer in Brooklyn spontan eine Zeichnung seiner Tochter.

 

Berührende lyrische Momente gab es bei den Lesungen von Ocean Vuong, Friederike Mayröcker, Jack Hirschman und Lawrence Ferlinghetti, der kurzfristig als Aufzeichnung zugeschaltet werden musste.

 

Alle fremdsprachigen Autor*innen haben aus den Originalausgaben gelesen, so auch die japanische Schrifsteller*in Sayaka Murata. Stewart O’Nan, Richard Russo und Annie Proulx gaben neben ihrer Lesungen in Gesprächen Einblicke in die US-amerikanische Lebenswirklichkeit. Politisches stand auch bei A. L. Kennedy im Zentrum, die sehr emotional die durch den Brexit verursachte besorgniserregende Situation in Großbritannien thematisierte.

 

In Berlin sprach Deborah Feldman über ihre jüdische Identität, die Verfilmung ihrer beiden autobiografischen Romane „Unorthodox“ und „Überbitten“ läuft gerade auf Netflix. Das Streamingportal wird auch Daniel Kehlmanns Bestsellerroman „Tyll“ verfilmen, aus dem der Autor ebenso in Berlin las.

 

Musikalisches gab es diesmal von den BaldWiena FolksWaisen (Heinz D. Heisl und Hannes Sprenger) sowie bei der Lesung von Marie Modiano, die vom Singer-Songwriter Peter von Poehl begleitet wurde. Der Musikproduzent, Komponist und Autor Tot Taylor erzählte von der englischen Popkulturszene der 60er und 70er Jahre.

 

Und auch diesmal musste man nicht auf Sprachsalz-Mini verzichten: Begeistert haben diesmal Nina Blazon und Michael Stavarič mit Lesungen sowie einmal mehr Christian Yeti Beirer, der eine Anleitung zum Bücherbasteln gab.

 

 „Ein besonderer Dank gilt aber wieder unserem Publikum – es hat uns diesmal im Chat mit erfrischenden Fragen und wunderbarem Feedback unterstützt“, so die Organisiator*innen. „Einen wichtigen Beitrag, um ein Bild des Festivals zu bekommen, haben auch die vielen Porträts von Haller Sprachsalz-Fans geleistet, die im Vorfeld aufgezeichnet wurden und dazwischen immer wieder bunte und lebendige Eindrücke der Stadt und ihrer Menschen gegeben haben.“ Unterstützung in der Präsenz gab es in diesem Jahr auch durch die zahlreichen Medienkooperationen mit Magazinen, Tageszeitungen und TV-Stationen. „Eines ist sicher: Sprachsalz hat viele neue Freund*innen gewonnen – und das in der ganzen Welt!“

 

Die 19. Ausgabe der internationalen Literaturtage Sprachsalz findet von 10. bis 12. September 2021 statt.

 

 

Für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung bedanken sich die Sprachsalz-Organisatoren:

Valerie Besl, Magdalena Kauz, Max Hafele, Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Ulrike Wörner, Boris Schön

Presseunterlagen finden Sie hier:

https://goo.gl/S6yTYt