Martin Fritz

Martin Fritz gibts hier am Blog bereits zum Anschaun und Anhören via Video-Mitschnitt eines Poetry-Slam-Auftritts in Spielboden, Dornbirn:

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Safiye Can

Viel Buntes Lyrisches gibts vorab von Safiye Can:

und ein Auszug aus: Safiye Can, "Diese Haltestelle hab ich mir gemacht"

 

Diese Haltestelle hab ich mir gemacht

 

Wo immer ich bin, da ist Heimat

da ist die Heimatfrage, da ist Ferne

ich verlor mich mal, andere verloren sich

und fand mich wieder, viele blieben verschollen

aus den Wörtern die richtigen zu fischen

darauf kommt es manchmal an.

Der Mond wird zum Apfelbutzen

schrumpelt von Nacht zu Nacht

wir weinen doch alle

weinen Sie nie um andere?

 

Nur mit Menschen kam ich zurecht

die ohne Alter waren und alterslos dachten

das ist ein einsames Leben

ein anderes hab ich nicht

hab nur das eine.

 

Es gibt Söhne ohne Väter

es gibt Töchter ohne Väter

es gibt Mütter ohne Töchter

also hab ich mir diese Haltestelle gemacht

ich schuf sie aus einer Locke

kennen Sie Locken, die glatt werden

von alleine

ganz von alleine, und Locken die abfallen

strähnchenweise?

Allein aus Kummer ist das nur

das ist die Seele, das ist die Sehnsucht

das ist der Schmerz

diese Haltestelle hab ich mir gemacht

diese Wolke ist meine.

 

Haben Sie einen Welpen für mich?

Einen für meinen Schoß, haben Sie?

Ich habe keinen, können Sie das verstehn?

So verstehn Sie das

ich konnte nur diese Haltestelle machen

jetzt kenne ich nur diese eine.

 

Ich war mal verliebt

danach musste ich an Gott glauben

so vollkommen, verstehn Sie?

Kam er mir in den Sinn

fuhren Züge durch den Flur

die Bücherregale wackelten

so ist jede Liebe, ist das zu begreifen?

Dann ging er fort, einfach so.

Der Welpe soll schlafen und aufwachen

mehr brauche ich nicht.

Ich kam hierher, jetzt fahren Züge in mir

wenn man einmal liebt

fahren Züge immerdar.

 

Ein Narr ist man, wenn man liebt

ein Appartement, ein Hochhaus

man ist ein Schuh, wenn man verliebt ist

man ist Farbe und flüssig ist man

man ist Note und man ist Fingerkuppe

man ist ein Drachen, wissen Sie

dem Wind überlassen, dem Seil

ist man verliebt, ist das so

manchmal lassen Hände los

dann ist man nur noch Mensch

es ist schwer Mensch zu sein, wissen Sie?

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Iman Humaydan

Iman Humaydan stellt sich mit einem kurzen Text vor, der auf der Website des European Literature Network nachzulesen ist: "Migration, Identity and the Literary Imagination" (www.eurolitnetwork.com, 21.01.2016)

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Rolf Lappert

Rolf Lappert stellt dem Sprachsalz-Blog einen Auszug aus "Über den Winter" (Hanser, 2015) zur Verfügung:

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Tom Schulz

Tom Schulz schickte uns einen kurzen Auszug aus "Das Wunder von Sadagora. Eine Polnisch-Ukrainische Reise" (Edition Azur, Frühjahr 2016):

 

ALTER JÜDISCHER FRIEDHOF

Gegenüber einem jener inflationären orthodoxen Gottesacker, der mit einer neuen Kapelle versehen wurde, weiß mit hellblauem Dachanstrich und goldener Kuppel, liegt der Alte Jüdische Friedhof von Czernowitz. Schon von weitem sieht man die Umrisse des Bet- und Trauerhauses, zuerst den Davidstern, wenn man die Augen aufhält, wie eine Kompassnadel. Man läuft drauf zu, die Dimensionen werden klarer. Die Mauern stehen roh, die Fenster eingeschlagen oder kaputt, die metallene Kuppel schwarz, abblätternder Film. Erst innen erblickt man das ganze Ausmaß der Baufälligkeit; der Putz an den Wänden der Leichenhalle ist zum Teil komplett abgebröckelt, in den Seitenräumen sind die Dächer schutzlos. Etwas von maroder Schönheit, die ihre Würde behalten hat, vermittelt das Innenleben dieses Hauses. Licht dringt hinein durch die Öffnungen unter der Kuppel in dieser Mittagsstunde, in der niemand hier ist, außer mir. Wind und Zeit. Die Sonnenstunde. Die Gräber Uhren. Ablesbar die Zeit. Ein warmer Hauch. An diesem Mittag sind es Sonnenuhren, die weder vor- noch nachgehen. Der Besucher, der die Schatten sucht, wird in Helligkeit getaucht. Niemand ist hier außer mir und den Uhren. Zwischen den Reihen sind Sträucher und Büsche wild emporgewachsen. Sie überwuchern schon die Wege. Alles sprießt und den Steinen müssen Bärte gewachsen sein. Die Uhren sind mit Blütenstaub bedeckt, auch mit dem Schnee der Pappel. Wenn jemand spräche, spräche er hier über der Stadt. Ich dringe durch das Grün tiefer in diesen Garten ein, der sich hinstreckt auf dem Hügel. Spräche jemand von Gott, spräche er über der Stadt. Niemand spricht. Wenn man genau hinhört, summen die Uhren. Ihre Rücken stehen aufrecht, teils vom Wind in eine Schräge versetzt. An einer Wegscheide ändern sich Farbe und Symbole. Zu den Uhren gesellen sich Tafeln. Wenn man genau hinsieht, sind die Tafeln vor das Gesicht gehaltene Hände. Niemand sieht. Es gibt wenig Menschen, wie der Dichter sagte. All das Grün in diesem Garten atmet, als würden neugeborene Augen in einer Sänfte an einen Ort getragen werden, von dem niemand weiß. Spräche jemand vom Hügel über der Stadt, spräche er im Zorn? Schon wird der Garten zu einer Wiese, erreicht man sein vorläufiges Ende. Vom Grasrain blicke ich auf den Entwurf der Lebenden. Sehe die Türme und Schlote der Stadt. Etwas krümmt sich, biegt sich, hält die Hälften im Maul. Ein Hund mit zwei Köpfen hinter dem Zaun? Spräche der Narr von seinem Hügel über der Stadt, spräche er dann von Gott? Niemand ist hierher gekommen. Einer vielleicht. Ein anderer. Fragt doch den Hund mit den zwei Köpfen. Wie antwortete er? Spräche er von den Uhren, den Tafeln, den Glockenblumen. Von der Sonnenstunde, wo alles still war. Bis auf das Summen, das Ticken. Vor dem Ausgang die Pumpe. Ich trete ans Wasser, wie immer fließt es. Gehe die Straße hinunter und sehe, sie fahren die Toten in ihren Acker aus Blattgold, und sehe wieder die Farben, das Kreuz, und wenn sie reden, höre ich Furcht und Vergessen. 

 

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Uta Köbernick

Uta Köbernick dürfen wir gleich in Aktion sehen ‒ sie schickte uns einen kurzen Ausschnitt vom Preisträgerabend des Salzburger Stiers 2016: "Ein Fass aufmachen" (21. Mai 2016, Paderborn | WDR5)

 

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Stefan Eibel Erzberg

Mit 3 Gedichten aus "unter einem himmel" (Limbus, derzeit noch in Druck) stellt sich Stefan Eibel Erzberg vor:

 

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Christoph Simon

Christoph Simon schickt uns ein paar Schnipsel aus: "Viel Gutes zum kleinen Preis", bilgerverlag 2011.

 

Apropos Bergbau. Berge erfüllen mehrere Aufgaben. Sie schützen vor der Sonne und vor den Blicken Vorübergehender. Sie verdecken Müllhaufen und hässliche Schuppen, sie setzen Akzente in der Landschaft. Berge eignen sich gut als Umzäunung von Grundstücken. Für den Bergbau verwenden Sie Steine unterschiedlicher Form und Grösse. Mit einer Hacke ziehen Sie einige Hilfslinien. Verlegen Sie die Steine sorgfältig. Für die erste Lage suchen Sie die schwersten Steine aus und setzen sie so eng wie möglich nebeneinander. Bei den nachfolgenden Lagen achten Sie darauf, dass zwischen den Steinen keine Fugen entstehen. Ein Berg sollte sich nach oben verjüngen. 

 

Betrunkene kippen nicht mehr so leicht um, wenn man ihre Taschen und Hosenaufschläge mit Kieselsteinen füllt. 

 

Wünschen Sie sich Brüste oder möchten schon bestehende Brüste in ihrer äusseren Gestalt verändern? Dann sind Sie verpflichtet, ein Körperbaugespann anzulegen, durch das die künftige Gestalt Ihres Körpers genau dargestellt wird. Gleichzeitig haben Sie den Behörden (in kleineren Gemeinden dem Gemeinderat) eine genaue Massbeschreibung der beabsichtigten Brüste einzureichen. Die Behörden prüfen das Projekt auf seine Übereinstimmung mit dem eidgenössischen Körperbaugesetz. Finden sie, dass Mängel vorhanden seien, so weisen sie die Unterlagen zur Abänderung an Sie zurück. Ist man dageben der Meinung, dass das Projekt den bestehenden medizinischen und heimatschutzrechtlichen Vorgaben entspreche, so ordnen sie die Veröffentlichung des Projektes in einem amtlichen Organ an. Das schafft die Voraussetzung für das private Einspracheverfahren. 

Folgend ein Musterbeispiel für eine private Einsprache: „Der unterzeichnende Walter Knüsli Senior, Unterdorfstrasse, erhebt hiermit Einsprache gegen die laut Körperbaugespann und aufgelegten Plänen von Walter Knüsli Junior beabsichtigte Brustentfaltung. Begründung: Die vorgesehene Bebrüstung verletzt meine ethischen und moralischen Werte in erheblicher Weise. Da mein Sohn einmal meine Schwingerschule übernehmen soll, darf er keine körperbaulichen Vorkehren treffen, die eine solche Übernahme verunmöglichen.“

 

Diät-Tipp: Essen Sie, soviel Sie wollen von allem, was Sie nicht mögen.

 

Sie haben eine Missetat begangen und die Kriminalpolizei ist hinter Ihnen her? Etwas gesprengt, was Sie nicht hätten sprengen dürfen? Jemanden umgebracht? Bevor Sie die Flucht ergreifen, benachrichtigen Sie Elektrizitäts- und Gaswerk, damit die Zähler abgelesen werden. Melden Sie den Telefonanschluss ab. Teilen Sie die Adressänderung allen Bekannten, Banken, Versicherungen, Vereinen, Zeitungsverlagen mit, löschen Sie Daueraufträge. Verstauen Sie empfindliches Fluchtgepäck in der Originalverpackung, arretieren Sie beim Plattenspieler Tonarm und Plattenteller. Wenn Sie die einzelnen Kisten und Schachteln numerieren und in einer Liste eintragen, fällt Ihnen nachher im Fluchtversteck das Auffinden leichter. Für die Flucht mieten Sie einen Kleintransporter und organisieren Sie zwei Begleiterinnen, Begleiter. (Fliehen sollte man immer zu dritt. Bei einem Unfall kann die eine Person beim Verletzten bleiben, während die andere Hilfe holt.) Eine Rast von zehn Minuten nach jeweils einstündiger Fluchtfahrt gibt Ihnen Gelegenheit, einen kleinen Imbiss zu essen, Aufnahmen zu machen und die Landschaft zu geniessen. Bevor Sie in Ihr Versteck einziehen, sollten Sie es ausmessen, um festzustellen, ob die eigenen Möbel hineinpassen. Falls Sie ans Mittelmeer geflüchtet sind, denken Sie dran, dass in der Restaurantrechnung kein Service enthalten ist. Ein Trinkgeld von 10 - 15 % ist angebracht und wird vom Personal erwartet. Falls Sie Kinder haben, müssen Sie diese an der neuen Schule anmelden.

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Hans Augustin

Eine Textprobe aus "Tod eines Baritons" von Hans Augustin:

 

Eigentlich wollte Pierre das Interview mit dem Sender "Welt der Musik" absagen. Aber dann dachte er, daß er es Wassily schuldig wäre. Immerhin reist ein Journalist extra aus Genf an und war einer der ersten der Rundfunkstationen und Zeitungen, die sich zum Tod von Wassily meldeten. Und außerdem wäre es gut für die public relation der Agentur. Ein Exklusiv-Interview. 

Aber die Frage, woher die den Vorfall in der Ostukraine wußten, stellte er sich nicht.

 

Der Journalist war kein Anfänger, während er sich mit Pierre auf ein paar Punkte zum Thema einigte, stellte er das Mikrophon so nebenbei auf den Tisch und ließ das Aufnahmegerät laufen. Kein großes technisches Tamtam und keine Sprechproben, um sein Können und seine Erfahrungen hervorzuheben. Den Pegel korrigierte er während der ersten Sätze des Interviews.  

 

Pierre, wann haben Sie das erste Mal vom Tod von Wassily Slipak erfahren?

Ja wann, ich weiß das im Moment gar nicht mehr so genau. Ich bin - ehrlich gesagt -, noch ziemlich durcheinander. Ich mußte gestern früher als sonst nach Hause. Nein, das heißt ich wollte nach Hause, aber mir fiel ein, daß ich vorher noch einen Termin mit einem Musikdramaturgen hatte, der mir schon seit Wochen in den Ohren liegt, ob wir für eine neue Inszenierung von Othello in Edinburgh nicht eine geeignete Stimme hätten. Das zog sich mehr als gewünscht in die Länge. Dann war an der Fußgängerunterführung, unweit der Bar, ein Bildschirm, in dem ich im Vorbeieilen die Meldung hörte, daß im Osten der Ukraine schon wieder geschossen wird und der Waffenstillstand nicht halten würde und ich dachte, der hält sowieso nicht, da gibt es zuviele Interessen und wieso okkupiert Putin einfach die Krim und keiner rührt sich von den politischen Großmäulern, ich hab mich geärgert, auch wegen des Musikdramaturgen und dann erhielt ich in der Metro einen Anruf von Odile, ich möge sofort ins Büro kommen, es sei etwas Schreckliches passiert. Aber sie sagte mir nicht was. 

Odile kommt zweimal die Woche zum Aufräumen. Also stieg ich bei der nächsten Station aus und fuhr retour. 

Als ich ins Stiegenhaus kam, hörte ich vom oberen Teil der Treppe jemanden weinen. Odile saß vor der Bürotüre am Treppenabsatz.

Ich war etwas genervt, weil ich mit meiner Frau ein Abendessen vereinbart hatte, das ich, wie es aussah, nun schon das dritte Mal verschieben mußte.

Dann war ich etwas ungehalten über Odile, weil sie nicht zum Weinen aufhörte, und ich mir nicht erklären konnte, was so Schlimmes passiert sein soll, als sie das Büro in Ordnung brachte, sagte sie schluchzend, läutete das Telefon. Ich habe ihr früher schon verboten abzunehmen, weil es in letzter Zeit so eine Art Kontrollanrufe gab, um festzustellen, ob es sich lohnt, einzubrechen. Aber bei mir gibt es ja nichts zu holen, ich habe keinen Safe und keine Portokasse, die Schecks habe ich zu Hause, also was solls.

Aber dieses Mal, sagte sie, wollte sie mir einen Gefallen tun und nahm das Telefon ab. Es war jemand, der sehr schlecht französisch sprach. Sie konnte nicht sagen, ob es ein Mann oder eine Frau gewesen war, aber das hört man doch, sagte ich gereizt. 

Sie sagte dem Anrufer, ich würde erst morgen wieder erreichbar sein, aber er nannte immer nur den Namen Wassily Slipak. Und daß Wassily tot sei.

Sie stand vor dem großen Foto an der Wand gegenüber meines Schreibtischs, auf dem Wassily Slipak in der Oper in Paris zu sehen ist. Es zeigte den Schlußapplaus, mit vielen ausgestreckten Armen aus dem Publikum und eine Nelke, die gerade auf ihn zuflog.

Und jetzt soll Wassily tot sein. Wenn das alles stimmte. Das bedeutete, daß er nie wieder singen würde. Nie wieder Applaus bekommen würde, daß alle Mühen und Anstrengungen für eine Karriere vergeblich und alle Verträge und Pläne null und nichtig wären.

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Georg Stefan Troller

Brief von Georg Stefan Troller

Von Georg Stefan Troller erreichte uns per Post als Textprobe sein Essay "Sprache und Emigration".

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Walter Pilar

Walter Pilar schickt als zweite Textprobe eine Kostprobe aus "Lebenssee ~"

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Udo Breger

Udo Breger stellt sich mit Textproben vor, die vorwiegend aus seinem unveröffentlichten Manuskript "Road Stops" stammen:

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Joachim Zelter

Von Joachim Zelter erreicht uns folgende kurze Erzählung als Kostprobe seines Schaffens:

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Thomas Kunst

Ein kurzer Text als Leseprobe von Thomas Kunst:


ICH LEBE MIT EINER SPINNE ZUSAMMEN, SIE


Am Toilettenfenster, ich am Toilettenfenster, aber


An einem viel kleineren als sie, und das alles


Noch nicht mal zur Straße hin, hoffentlich


Fehlt sie mir nicht eines Tages, es gibt nicht


Viele, die so sind wie sie, so beständig, tapfer


Und dick, unser Spiel besteht immer darin,


Mein Spiel besteht darin, sie anzupusten, bis sie,


An ihrem Faden, gegen das Glas schwingt und


Lacht, unangestrengter kann man wirklich nicht


Verblöden, ich sehe doch, wie sie lacht, ich sehe


Doch, wie beschwingt sie zittert und lacht, und


Das alles noch nicht mal zur Straße hin.


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Walter Pilar

Walter Pilar stellt sich mit mehreren Kurztexten als Leseprobe vor:

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Ralf Schlatter

Von Ralf Schlatter gibt es als Leseprobe einen Auszug aus seinem beim Limbus Verlag erschienen Roman "Sagte Liesegang":

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John Giorno

John Giorno schickt uns als Leseprobe folgendes Gedicht:


GOD IS MAN MADE


Yes, there is a god
and it is man-made,
there is a god, and it is made by man,
all the gods are made
by you and me,
we create the gods and they look like us.

Yes, there was a moment
recognizing intuitively 
the empty true nature of mind,
beyond concepts and inconceivable,
and then we began thinking about it
thinking about it
thinking about it,
made it into ideas,
made it concepts,
made it into religions
invented all the self-serving religions,
and then we said some words,
and said it is the word of god,
words from god,
and everybody believed it
wanted to believe it,
we created god and he looks like us.

Yes, there is no hell,
there are no hell worlds of devils and demons,
other than the hell inside my mind
the hell inside my mind,
the hell inside your mind,
the hell you and I create around us
the hell we create around us
the hell we create around us,
and take with us into death.

Yes, there is no heaven
there are no heaven worlds
other than the joy of you,
heaven is living in your eyes
living in your eyes
living in your eyes,
seeing everybody in the world as gods and goddesses,
every wretched, grasping, ugly person
is a deity
swimming in light.

Yes, gods helping and making happy
helping and making happy,
demons hurting and harming
is your own mind
seeing itself.

Yes, at the moment of death
at the instant of awareness,
the gods are gone,
if you go looking for heaven
you are in trouble,
the gods vanish
within the unborn empty nature of mind,
you are liberated through
your own self-luminous awareness,
your own self-luminous awareness
will always be with you.

Yes, I will always be
with you
I will always
be with you
I will always be with you
I will always be with you
I will always be with you.

Yes, everything is delusion, including the most sacred,
everything is delusion, including the most profound wisdom,
everything is delusion, including the highest most precious teachings
which lead to the realization that everything is delusion,
the play of emptiness
awareness
and bliss,
finding it
through yourself
finding it through yourself
finding it through yourself
finding it through yourself
finding it through yourself,
self-luminous
awareness
ceaselessly coming.

2013/‘14

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Julia Kisina

Eine Leseprobe aus dem Roman "Frühling auf dem Mond" (aus dem Russischen von Valerie Engler, Suhrkamp Verlag 2013) von Julia Kisina:

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Mieze Medusa

Mieze Medusa schickt als Vorab-Text ein Video:

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Cónal Creedon

Ein paar Auszüge aus Texten von Cónal Creedon:

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John Burnside

John Burnside lässt uns Auszüge aus "Marginal Jottings on Plato’s Symposium" zukommen:

 

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Markus Bundi

Ein Auszug aus "Die Rezeptionistin" (erschienen im Klöpfer & Meyer Verlag) von Markus Bundi:

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Milena Michiko Flašar

Von Milena Michiko Flašar ein kurzer Auszug aus " Ich nannte ihn Krawatte" (erschienen bei Wagenbach):

 

Ich bin kein typischer Hikikomori. Keiner, von dem in den Büchern und Zeitungsartikeln, die man mir dann und wann zur Lektüre auf die Schwelle legt, die Rede ist. Ich lese keine Mangas*, ich verbringe den Tag nicht vor dem Fernseher und die Nacht nicht vor dem Computer. Ich baue keine Modellflugzeuge. Von Videospielen wird mir schlecht. Nichts soll mich ablenken von dem Versuch, mich vor mir selbst zu bewahren. Vor meinem Namen etwa, vor meinem Erbe. Ich bin der einzige Sohn. Vor meinem Körper, dessen Bedürfnisse nicht aufgehört haben, mich zu erhalten. Vor meinem Hunger, vor meinem Durst. In den zwei Jahren, die ich abgesessen habe, überkam mich mein Körper drei Mal am Tag. Ich schlich dann zur Tür, öffnete sie einen Spalt weit, nahm das Tablett hoch, das Mutter mir hingestellt hatte. Wenn niemand zu Hause war, schlüpfte ich hinaus ins Badezimmer. Ich wusch mich. Seltsam, dieses Bedürfnis, mich zu waschen. Ich putzte mir die Zähne und kämmte mir die Haare. Sie waren lang geworden. Ein Blick in den Spiegel: Es gibt mich noch. Ich unterdrückte den Schrei, der in meiner Kehle saß. Auch vor ihm wollte ich mich bewahren. Vor meiner Stimme, vor meiner Sprache. Der Sprache, in der ich nun festhalte, dass ich nicht weiß, ob es den typischen Hikikomori überhaupt gibt. Sowie es die unterschiedlichsten Zimmer gibt, gibt es die unterschiedlichsten Hikikomoris, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen und auf die unterschiedlichste Art und Weise in sich verkrochen haben. Während der eine, ich habe von ihm gelesen, seine dahinschwindende Jugend damit verbringt, die immer gleiche Melodie auf einer nur dreisaitigen Gitarre einzuüben, hat der andere, auch von ihm habe ich gelesen, eine Sammlung von Muscheln angelegt. Nachts, wenn es dunkel ist, läuft er, die Kapuze überm Kopf, ans Meer, und kehrt erst dann wieder heim, wenn der Morgen graut.

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Wolfgang Bleier

Ein Auszug aus "Die Arbeitskräfte" (erschienen im Klever Verlag) von Wolfgang Bleier:

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Peter Giacomuzzi

Peter Giacomuzzi verweist für Kostproben seiner Texte auf seine Website, wo sich davon ausreichend finden:

 

http://www.petergiacomuzzi.com/texte

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Beat Brechbühl

Von Beat Brechbühl als Kostprobe ein paar Gedichte aus "Böime, Böime! Permafrost & Halleluia. Gedichte" erschienen beim Wolfbach Verlag Zürich:

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Ron Kolm

Ein paar Gedichte von Ron Kolm:

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Irene Suchy

Von Irene Suchy gibt es eine Kostprobe aus ihrer "Litanei gottloser Gebete", erschienen 2013 im Verlag der Provinz:

 

Die Muttersprache war die Widersprache
– wie das Mutterland die Ortlosigkeit –
Wider-Rede, die im Widerspruch erlernt wurde,
Lernen wider die Worte,
Wider den Willen, widerwillig
Du bist unerziehbar
Widrigkeit lernen,
Wider-Land
Wider-Ruf
Wider-Schrei.
 
Weil ich mir genommen wurde, muss ich mich mir immer neu geben.
Weil ich verschenkt wurde, darf ich mich mir schenken.
Wider die Wände, in die Ecke gestellt,
finde ich mich in der Widerwelt.
Finde die Widrigkeiten.
Erfinde die Welt. Widerland.
 
Weil ich mir verboten wurde, darf ich mich mir erlauben.
Erlaube mir das Ungelernte, Ungeforderte, ungefördert.
Dich braucht man ja nicht zu fördern.
Ernst, unermuntert, entdecke ich die Wider-Welten der Widerwärtigkeiten.
Schreibe sie auf, dokumentiere sie, verorte sie.
 
Weil ich mir verloren wurde, darf ich mich finden.
Suche mich, dem Verlust vertrauend immer neu, glücklich mich hin und wieder gefunden zu haben oder mir begegnet zu sein.

 

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Saskia Fischer

Saskia Fischer schickt uns einen Auszug aus dem bisher unveröffentlichten Manuskript "Störort. Ein Reisegedicht" (alle Rechte bei der Autorin):

 

Was hab ich erwartet vom Ort am Fluss
namens Stör? Kaviarlaune? Krimsekt
korken? Gelieb und Gelage? Einen
Artikel über den Zustand Russlands
in Händen? Störfaktoren (abgesehen
vom Störfallpotential des benachbarten
AKW), ich sehe es kommen, eine
offene Unruh mein Uhrendorfscheunen
dasein! Ich laufe zum Deich zurück zu
den ständig im Kreise kauenden khaki
auch kackefarbenen Auen. Wollweiß
sich tollende Bilderbuchviehzucht man
zwar unter Jungtieren findet, doch heißen
sie Zutreter und prompt ist die Idylle hin.
(Zumal es die Mütter sind, die zutreten:
Das Lamm schnappt nach der Zitze, die Adulte,
milchlos, lustlos, kickts mit der Klau' ins Gebein,
dass es wegknickt nur so, Arsch voll im Matsch.)

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Steven Dalachinsky

Ein Gedicht von Steve Dalachinsky:

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Dalachinsky
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