Die AutorInnen 2016 in Hall in Tirol

Zur schnellen und leichten Auffindung finden Sie hier eine komplette Auflistung und Verlinkung der Text- und Audiobeiträge am Weblog, alphabetisch geordnet nach den Nachnamen der AutorInnen des Sprachsalz Hall 2016:

+ Sprachsalz-Club 1 mit Jeremy Reed 

+ Sprachsalz-Club 2 mit Safiye Can und Tom Schulz 

+ Sprachsalz-Club 3 mit Jón Gnarr 

 

+ Sprachsalz-Gala-Abend mit Rolf Lappert, Jón Gnarr, Uta Köbernick und John Cleese

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Marcel Beyer

Marcel Beyer

Marcel Beyer liest am Samstagnachmittag und wird anmoderiert von Renate Giacomuzzi: Beyer (mp3 Stream)

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Rolf Lappert

Rolf Lappert

Rolf Lappert liest auch am Samstag wieder auf der Parkhotel-Adresse Ausschnitte aus seinem aktuellen Roman "Über den Winter" und wird anmoderiert von Alexander Kluy: Lappert (mp3 Stream)

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Sprachsalz-Club 3

Sprachsalz-Club 3

"Chit Chat in the hotpots": Alexander Kluy im Gespräch mit Jón Gnarr am Sonntagvormittag zum Thema "Warum die Politik mehr Dampfbäder und die Literatur braucht": Sprachsalz-Club 3 (mp3 Stream)

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Sprachsalz-Club 2

Sprachsalz-Club 2

"Eigentlich sinnvoll ist es nur, DichterIn zu sein": Sprachsalz-Club 2 mit Safjye Can, Tom Schulz und Moderator Alexander Kluy zum Thema "Erst denken, dann schreiben oder erst schreiben, dann denken": Sprachsalz-Club 2 (mp3 Stream)

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Sprachsalz-Gala

Die Mitschnitte vom großen Sprachsalz-Gala-Abend am Samstag:

 

Rolf Lappert

Rolf Lappert: Lappert (mp3 Stream)

 

Jón Gnarr

Jón Gnarr mit Ernst Gossner: Gnarr (mp3 Stream)

 

Uta Köbernick

Uta Köbernick: Köbernick (mp3 Stream)

 

 John Cleese

Ein Ausschnitt von Lesung und Gespräch von und mit John Cleese und Ernst Gossner: Cleese (mp3 Stream)

 

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Stefan Eibel Erzberg

Stefan Eibel Erzberg

Stefan Eibel Erzberg bei seiner zweiten Sprachsalz-Lesung: Eibel Erzberg (mp3 Stream)

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Martin Fritz

Martin Fritz

Martin Fritz entführt uns bei seiner zweiten Lesung am Samstagnachmittag im Medienturm in eine Welt voller Bären, diverser Tierbabys und Sicherheit und wird auch einer Krechl angesichtig: Fritz (mp3 Stream)

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Christoph Simon

Christoph Simon

Christoph Simon performt am Samstagnachmittag im Medienturm Ablinger Garber: Simon (mp3 Stream)

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Iman Humaydan

Iman Humaydan

"Every language has its little salt" - Iman Humaydan erzählt, wie sie den Festivalname SPRACHSALZ bisher immer verstanden hatte und liest gemeinsam mit Alexandra Stäheli (deutsche Übersetzung) auf Arabisch zu den Themenfeldern Haus und Sprache: Humaydan (mp3 Stream)

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Jón Gnarr

Jón Gnarr

"Hören Sie gut zu und wiederholen Sie!!!" Das ist nicht nur der Titel des Buchs, aus dem Jón Gnarr mit seiner deutschen Stimme Ernst Gossner am Samstag liest, sondern auch der einzige Satz, den Gnarr auf Deutsch sprechen kann - warum verrät er während seiner Lesung: Gnarr (mp3 Stream)

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Hans Augustin

Hans Augustin

Hans Augustin liest am Samstag aus "Der im brennenden Dornbusch" und wird anmoderiert von Elias Schneitter: Augustin (mp3 Stream)

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Tom Schulz

Tom Schulz

Tom Schulz nimmt uns in seiner Lesung am Samstag mit auf eine Reise durch sein Buch "Das Wunder von Sadagora", im Gepäck Kastanienbäume, Pappeln, Maulbeerbäume und ein Igel: Schulz (mp3 Stream)

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Alina Simone

Alina Simone

Alina Simone mit der deutschen Stimme Ariela Sarbacher bei der Lesung am Samstagnachmittag auf der Terrasse: Simone (mp3 Stream)

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Sprachsalz-Club 1

Jeremy Reed and the Ginger Light

Jeremy Reed und Gerald McGee performen ein musikalisches Textfeuerwerk, Ernst Gossner liest die deutsche Übersetzung eines Gedichts - im Hintergrund Clips aus "The Colour of Pomegranates": Sprachsalz-Club 1 (mp3 Stream)

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Safiye Can

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Österreich-Premiere: Safiye Can liest Lyrik u.a. aus ihrem Bestseller "Rose & Nachtigall": Can (mp3 Stream)

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Iman Humaydan

Iman Humaydan

Iman Humaydan (Mitte) liest kurze Passagen auf Arabisch aus "Andere Leben", Alexandra Stäheli (links) liest die deutsche Übersetzung und leitet das Gespräch mit der Autorin, Magdalena Kauz (rechts im Bild) führte in die Lesung ein: Humaydan (mp3 Stream)

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Alina Simone

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"It's supposed to be funny": Alina Simone bei ihrer Lesung am Freitag mit Ariela Sarbacher, die die deutsche Übersetzung liest: Simone (mp3 Stream)

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Stefan Eibel Erzberg

Stefan Eibel Erzberg

Stefan Eibel Erzberg plaudert mit Moderator Peter Giacomuzzi und liest aus dem Gedichtband "unter einem himmel", der pünktlich zu Sprachsalz, nämlich auf den Tag genau heute im Limbus Verlag erscheint: Eibel Erzberg (mp3 Stream)

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Tom Schulz

Tom Schulz

"Die Berge, die großen Tröster um uns herum": Tom Schulz fühlt sich wohl in Hall und liest Lyrik aus "Lichtveränderung" sowie unveröffentlichte Gedichte (erscheinen Jänner 2017): Schulz (mp3 Stream)

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Hans Augustin

Hans Augustin

Hans Augustin bei seiner Lesung am Freitagnachmittag auf der Terrasse: Augustin (mp3 Stream)

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Jón Gnarr

Jón Gnarr

"Life is a contradiction in itself": Jón Gnarr offenbart im Gespräch mit Irene Heisz sich seine Englischkenntnisse durch die Band Sex Pistols angeeignet zu haben und liest aus "Indianer und Pirat / Kindheit eines Störenfrieds" auf Isländisch, die deutsche Übersetzung liest Ernst Gossner: Gnarr (mp3 Stream)

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Rolf Lappert

Rolf Lappert

Rolf Lappert liest aus seinem letzten Roman "Über den Winter": Lappert (mp3 Stream)

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Martin Fritz

Martin Fritz

"Im ersten Licht": Martin Fritz eröffnet das Sprachsalz-Wochenende 2016 mit u.a. 99 Thesen des Prologs zu "EMMA" sowie Tier-Prosa und Gedichten aus "intrinsische süßigkeit": Fritz (mp3 Stream)

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gleich gehts los

technikvorbereitung

In wenigen Minuten gehts hier in Hall los - auch diesmal werden wir quasi in Echtzeit die Lesungen im Audioformat zum Nach- oder Nochmalhören hier für Sie bereit stellen.

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Videos Sprachsalz Pforzheim

Und schon gibt es auch die ersten Videos vom Sprachsalz in Pforzheim auf YouTube anzusehen...

 

Die längeren Artikel und Interviews in der diesjährigen Sprachsalz Blogausgabe sind übrigens von Stefan Mesch verfasst worden, den wir zum Festival eingeladen haben. Wir teilen seine Meinung nicht ganz überall, freuen uns aber, dass er da war und danken für seine Beiträge ; )

(für die Organisation: M.Kauz)

 

Audios und Videos hat wie immer Martin Fritz eingestellt: Danke!

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Interview: Patricia Smith, Lyrikerin

 

Ein Liveblog führen, während einer großen Veranstaltung - und dabei Zeit finden für lange Interviews? Zur Leipziger Buchmesse 2015 bloggte, berichtete ich für Deutschlandradio Kultur - und stellte einen Fragebogen zusammen, der wenig Raum für weitschweifige Antworten lässt: kurze, schnelle, oft fiese Fragen, die ich u.a. Verlegerinnen, Journalisten und Buchbloggern stellte.

 

Sprachsalz ist eine tolle Gelegenheit, mehrere Autorinnen und Autoren zu befragen - darüber, was und wie sie lesen, was ihnen wichtig ist, womit sie hadern. Schnelle, aber intensive Gespräche.

[Die anderen Teile dieser Gesprächsreihe trugen den Titel "Freche Fragen". Patricia Smith hat die selben Fragen beantwortet - doch weil es wenige deutschsprachige Texte zu ihr gibt, nehme ich die googlefreundlichere, simplere Headline 'Interview: Patricia Smith, Lyrikerin'.]

 

außerdem erschienen: Safiye Can (Link)  |  Michael Stavaric (Link) | Christoph Simon (Link)

 

Foto: Denis Mörgenthaler
Foto: Denis Mörgenthaler

 

Die Lesung, beim Sprachsalz-Literaturfestival in Pforzheim:

Patricia Smith. Wow. Zuerst liest Ariela Salbacher, Schauspielerin aus Zürich: kluge, bezugsreiche, sehr bildstarke, erzählerische, in tausend Richtungen greifende und denkende Langgedichte - wunderbar übersetzt, wunderbar vorgetragen. Ich könnte das zwei Stunden lang hören! Dann trägt Patricia Smith vor, im US-Original – noch zehnmal melodischer, zehnmal performativer, wogend, schwärmend, bellend, singend, leidenschaftlich: Ihre Gedichte sind gut. Doch DAS kann man nicht nachlesen. DAS muss man hören. Erleben!

 

Anspruchsvolle sozialkritische US-Gegenwartslyrik, von einer Frau vorgetragen, die vor Energie fast birst: Ich kann nicht versprechen, dass es jeder lieben wird – doch immer mehr aktuelle Filme und US-Serien feiern gerade energische, lebendige, beißend kluge schwarze Frauen. Im selben Raum zu sein mit Smith ist ein… kleines Geschenk: Nehmt das mit! Hört zu! Ich war beeindruckt.

 

 

...und sage das als jemand, der Literaturkritiker hasst, die dauernd das Wort „beeindruckt“ benutzen.

 


 

Patricia Smith

Patricia Smith (Foto: Marc Tschudin)
Patricia Smith (Foto: Marc Tschudin)

Lebt in Howell, New Jersey

 

Als man in der deutschsprachigen Literaturwelt noch meinte, Slam sei falschgeschriebener Schlamm, hat Patricia Smith genau damit in den USA begonnen. In den wilden späten 80er Jahren der aufsteigenden Spoken Word und Slam Szene in Chicago stieg sie auf wie ein Komet, gewann mehrfach die größten Wettbewerbe wie den National Poetry Slams.

Sie mag auch deshalb so viel Erfolg haben, weil ihre Gedichte nicht nur auf Rhythmus, Effekt und Witz beruhen (womit sich Slammer manchmal zufrieden geben), sondern auch sprachlich kunstvoll, voller raffinierter erzählenden Momente und nicht zuletzt politischen Botschaften sind, von denen manche so kraftvoll sind, dass sie heiße Debatten entfachten, was – heutzutage oft vergessen – eine der wichtigsten Funk­tionen gerade von Lyrik sein kann.

Sie beobachtet Szenen im Alltag, schlüpft in ihren Gedichten oft in ihre Figuren, sei dies die sterbende Frau am Rand der Katrina-Überschwemmung oder ein Skinhead (allein die Youtube-Version dieses Gedichts erhielt zig kontroverse Kommentare) und erzählt aus diesen Positionen in einem unnachahmlichen Rhythmus.

Wir freuen uns wahnsinnig, dass sie dieses Jahr bei Sprachsalz Pforzheim die Bühne zum Vibrieren bringt mit ihrer Stimme. Denn diese Frau ist ein garantiertes ­Bühnen-Erlebnis: Verpassen Sie sie nicht!

MK

 

Bücher-Auswahl:

«Gotta Go, Gotta Flow» Fotobuch gemeinsam mit Michael Abramson 2015 CityFiles Press; «Shoulda Been Jimi Savannah» Gedichte 2012; «Blood Dazzler» Gedichte zum Hurrikan Katrina 2008; «Teahouse of the Almighty», 2006 alle bei Coffee House Press Minneapolis; «Janna and the Kings» Kinderbuch 2003 Lee & Low; «SLAM! Poetry: Heftige Dichtung aus Amerika» Anthologie 1993; «Close to Death» Gedichte, 1993 Big Towns; Cambridge.

http://wordwoman.ws/

 


 

Was lesen Sie gerade?

20 Lyriksammlungen: Ich bin Jurorin für einen Preis für schwarze US-Lyrik und habe noch etwa drei Tage Zeit. Die Entscheidung wird sehr eng.


Lesen Sie digital?

 

Beim Reisen Ebooks, ja: Ich habe viele auf dem iPad. Aber ich bin Uni-Dozentin – und gerade ist die Zeit, in der Klausuren bewertet werden. Also muss ich erstmal die Arbeit des Semesters zu Ende bringen.

 

Nennen Sie ein Buch, das Sie lieben.

 

A Street in Bronzeville“ von Gwendolyn Brooks – eine Lyrikerin. Wir kommen beide aus Chicago. Ich komme immer wieder auf dieses Buch zurück.

 

Haben Sie ein Familienmitglied, dessen Leben ein guter Roman wäre?

 

Mein Sohn vermutlich: Er war für etwa zwei Jahre lang im Gefängnis. Er hatte Probleme in seinen letzten Jahren als Teenager. Heute geht es ihm gut – aber ich denke, er hat eine Menge mitgemacht, das er mir nie erzählte. Ich würde es sehr gern nachlesen!

 

Ein Schriftsteller, den Sie gern interviewen würden?

 

Lebend oder tot?

 

Egal – die meisten Leute nennen Tote.

 

(lacht) Gwendolyn Brooks. Ich will immer glauben, wir hätten viel gemein – den selben Hintergrund. Sie schreibt viel über die Sorte Viertel, in der ich groß wurde. Und sie erinnert mich daran, das gewöhnliche Menschen am besten schreiben.

 

Haben Sie im letzten Jahr ein Buch an ein Kind verschenkt?

 

Ja. Ich gehe oft an Schulen – Grundschulen, an denen ich Schreibkurse gebe, und meist fällt mir ein Kind mit einem Talent, einer Begeisterung für Lyrik auf. Dann gebe ich ihm eine Sammlung meiner Arbeit. Meine Enkelin ist jetzt 21, und sie hat mir ihre Kinder- und Jugendbücher vererbt. Also nehme ich oft ein Buch aus ihrer Bibliothek und gebe es weiter: Etwas, das besser zum Alter der Kinder passt.

 

Sind Bücher Ihr Lieblingsmedium?

 

Ja. Ich habe eine große Bibliothek gelesener Bücher, und ich weigere mich, sie auszusortieren. Ein Buch, in deinen Händen: Das Gefühl ist durch nichts zu ersetzen. Ich komme immer wieder zu Print-Ausgaben zurück.

 

Werden TV-Serien immer beser?

 

Das würde ich sagen. Ich schaue nicht viel TV, weil ich so viel reise: Eine Serie sehen heißt, sich wirklich auf sie einzulassen. Mein Mann, Bruce DeSilva, schreibt Krimis, und er liebt Serien – und ist sehr beeindruckt davon, wie gut geschrieben sie mittlerweile sind: Immer wieder zeigt er mir Serien. Nicht, weil sie gut inszeniert sind, so gut aussehen. Sondern, weil sie so gut geschriebe sind.

 

Werden Videospiele immer besser?

 

Weiß ich nicht. Sie haben mich nie interessiert. Sie werden immer realistischer jedenfalls: viele sehen aus wie Kameraaufnahmen.

 

Wird Literatur immer besser?

 

Hm. Nein. (lacht) Glaube ich nicht. Es gibt eine Menge Promi-Literatur. Schnell geschriebene, schnell verlegte Bücher – Titel, die aktuelle Themen aufgreifen und sehr newsy sind – doch nicht unbedingt gute Literatur. Es scheint, als würden Bücher viel schneller geschrieben werden, bemüht aktuell sein – nicht, weil der Autor diese Themen wirklich behandeln, sondern, weil er unbedingt ein Buch auf dem Markt haben will. Heute erscheint nichts, über das ich noch in zehn Jahren sprechen werde: Literatur, die bleibt.

 

Gibt es ein Buch, von dem Sie wünschten, es sei nie geschrieben worden?

 

Ich denke „50 Shades of Grey“. Das ist das schlimmste – ich weiß nicht, welcher Lektor das sah und sagte „Das ist eine gute Idee“. An dem Buch zeigt sich alles, was schlimm an Schock- und Möchtegern-Skandal-Literatur ist.

 

Stell dir vor, Zeitreisende würden ein Buch aus der Geschichte löschen wollen – und dein Tod könnte das Buch retten. Für welches Buch würdest du sterben, damit es nicht gelöscht wird?

 

Grünes Ei mit Speck“ von Dr. Seuss. Es hat so vielen Menschen so viel Freude geschenkt, jeder hat daraus gelernt, und ab und zu, immer wieder nehme ich mir Kinderbücher und lese sie noch einmal – weil sie mich daran erinnern, wie viel Freude in einer Sprache steckt.

 

Was wäre schlimmer: Falls morgen alle Musik verboten wird… oder alle Bücher?

 

Literatur – weil man mit Sprache Musik schaffen kann. Es gibt Metrum, Reime, Sprache hat Rhythmus… und ich glaube nicht, dass das umgekehrt auch gilt: Mit Sprache kann man singen – aber mit Musik nicht wirklich sprechen.

 

Haben Sie schonmal ein Buch abfotografiert und online gepostet?

 

Ja! (lacht) Ich habe sogar schon Fotos von Büchern geteilt, die es noch gar nicht gibt: Sobald ich das Cover hatte für das Buch von mir, das nächstes Jahr erscheint, habe ich es gepostet. Ich mache das die ganze Zeit!

 

Rezensieren Sie Bücher?

 

Ja – für die Washington Independent Review of Books. Etwa alle vier Monate schicken Sie ein Buch an mich.

 

Hatten Sie gute Schreiblehrer?

 

Erst, als ich erwachsen war. Die Schulen, an denen ich war, hatten nicht viel Geld. Die Lehrer wirkten resigniert und mutlos. Mein Vater war ein großartiger Geschchten-Erzähler, und ich glaube, ich habe von ihm mehr Ratschläge erhalten als von meinen Lehrern. Erst, als ichälter war und mir klar war, was ich wissen und lernen wollte, fing ich an, mir bessere Lehrer und Mentoren zu suchen.

 

Sie hatten insgesamt also mehr schlechte als gute Lehrer…?

 

Lehrer auf jeden Fall, denen nicht sehr wichtig war, was mir wichtig war.

 

Haben Sie schonmal einen Manga gelesen?

 

Nein. (lacht) Was ist das?

 

Ein japanischer Comic.

 

Nein.

 

Haben Sie einen Lieblings-Superhelden.

 

The Thing.

 

Aus dem John-Carpenter-Film? Oder… Swamp Thing?

 

Nein: von Marvel.

 

Ben Grimm! Fantastic Four. Ja.

 

Er hat keinen Filter. Er ist sehr direkt.

 

Haben Sie heute schon jemanden gesehen, den Sie nicht mögen?

 

Nein.

 

Sind Autorinnen und Autoren im Schnitt hübscher als Alltagsmenschen auf der Straße?

 

Nein. (lacht) Autoren sind schlimm, weil sie viel Zeit daheim verbringen, Zeug aus- und durchprobieren, schreien, kein Bad nehmen, sich nur um ihre Arbeit drehen. Ihr Äußeres ist ihnen dann nicht wichtig.

 

Haben Sie sich je auf ein Stipendium beworben?

 

Ja.

 

Verbringen Sie mehr Zeit mit Lesen als im Internet?

 

Ich nutze jede Gelegenheit zum Lesen – aber während der Unterrichtszeit, mitten im Jahr, fällt mir das schwer. Gewöhnlich bin ich mehr am Computer.

 

Haben Sie einen Nobelpreis-Favoriten?

 

Rachel McKibbons: Sie ist eine verblüffende Autorin – doch das Veröffentlichtwerden ist ihr nicht so wichtig: Sie leistet eine Menge wirklich gute, menschliche Arbeit; tut viel für junge Frauen, Opfer von Missbrauch. Sie macht sehr gute Zwischenrufe [„a very good cultural commentator“] und müht sich vor Ort, an Brennpunkten, sehr ab.

 

Kennen Sie einen deutschen lebenden AutorIN, der oder die den Nobelpreis verdient?

 

Ich kenne nur die deutschen Schriftsteller*innen hier auf dem Festival.

 

In welchem Kultur-/Sprachraum entdecken Sie die meiste Literatur?

 

Eins der Probleme daran, wenn man immer wieder zur selben Literatur zurückkehrt, im selben Kulturraum für seine Arbeit recherchiert: Man lernt nichts mehr. Also zwinge ich mich, mich fremden Dingen auszusetzen oder Sachen, von denen ich anfangs denke, dass ich sie nicht lesen will.

 

Gibt es aktuell schlechte Bücher, über die Sie nicht öffentlichen sagen, dass sie schlecht sind – um eine andere Person nicht zu verletzen oder beruflich zu schaden?

 

Es gibt einige Lyriker*innen, die veröffentlichten, bevor sie so weit waren: Sie schicken mir immer ihre Bücher und Manuskripte – und sagen mir „Schreiben Sie, was Sie daran mochten“. Nicht: „Hat es Ihnen gefallen?“, sondern „Was hat Ihnen besonders gefallen?“, und manchmal fällt mir schwer, zu antworten: „Das bräuchte noch mehr Zeit, das ist noch halbgar.“ Dieses Riesenstreben danach, veröffentlich zu werden… manchmal versuchen Leute, so schnell wie möglich zu debütieren.

 

Haben Sie die „Hunger Games“ gelesen oder gesehen?

 

Nein.

 

Twilight“?

 

Ich glaube, ich habe einen Film gesehen, mit meiner Enkelin. Nicht, weil ich etwas gegen solche Filme habe – sondern, weil mir Zeit fehlt: Ich kann mich nichtmal an den letzten Film, den ich sah, erinnern.

 

Harry Potter?“

 

Ja. Aus irgendeinem Grund redeten alle darüber, dass die Romane blasphemisch/gotteslästerlich sind also wollte ich sie lesen, bevor [my kid] sie las. Sie waren so gut, dass ich einfach immer weiter las.

 

Ihre Tochter? Ihr Sohn?

Meine Enkelin. Ich sagte „My Kid“, weil ich sie aufgezogen habe.

 

Haben Sie heute schon Fotos gemacht und irgendwo geteilt?

 

Gestern – aber nur mit der Digitalkamera: Ich lade Fotos später hoch und teile sie dann gesammelt. Normalerweise am Ende einer Reise, als Rückschau.

 

Gibt es Autoren, von denen Sie jedes neue Buch lesen?

 

Mehrere Lyriker. Und mein Mann zeigte mir mehrere Krimi-Autoren. James Lee Burke bringt Plot und Sprachmelodie/Musik gut zusammen – bei ihm ist Poetisches ein wichtiger Bestandteil.

 

Leihen Sie aktuell Bücher in Bibliotheken?

 

Nein.

 

Haben Sie Lesungen in Bibliotheken?

 

Nein – das ist schon sehr lange her. Das passiert kaum.

 

Sind Sie die größte Leserin ihrer Familie?

 

Nein. Mein Mann verschlingt Bücher.

 

Was war Ihre bisher schönste Lesung oder Performance?

 

Ich las in Osaka, Japan – in einem Stadion mit etwa 20.000 Menschen.

 

Und was war am schlimmsten an Ihrer schlimmsten?

 

An einem New Yorker College: Die schlechtesten Lesungen sind die, bei denen die Professoren den Schülern sagen „Ihr MÜSST kommen“, und keiner will wirklich da sein. In solchen Fällen versuche ich, die Leute noch reinzuzuziehen, zu überzeugen – aber ich schafft es nicht: Nichts hat geklappt.

 

Lesen Sie zu wenig?

 

Ich hätte gern mehr Zeit zum Lesen. Aber immer, wenn ich nicht lese, schrebe ich oder bin ich auf Reisen – insofern ist das nicht schlimm.

 

Ihre deutsche Lieblingsstadt?

 

Dafür sah ich zu wenig. Auch hier auf Festivals kommt man ja kaum raus.

 

Der schönste Ort, an dem Sie je lebten? Oder: der Ort, der Sie am meisten stimuliert?

 

Wahrscheinlich meine Heimatstadt Chicago – auf jeden Fall der stimulierenste Ort.

 

Schweiz oder Österreich?

 

In der Schweiz war ich noch nie. Deshalb sage ich: Österreich.

 

Twitter oder Facebook?

 

Facebook.

 

Verdienen Sie so viel, wie Sie wert sind?

 

Wahrscheinlich, ja. Ich bin recht glücklich.

 

Kennen Sie so viele Leute, wie Sie kennen sollten?

 

Ich bin glücklich, genau so, wie es ist. Ich wäre auch nicht gern jemand, der nicht die Straße entlang gehen kann, ohne erkannt zu werden.

 

Haben Sie Angst um Ihre(n) Job(s)?

 

Nein.

 

Nennen Sie einen guten kleinen Verlag.

 

Graywolf.

 

Ja! Glauben Sie, in den nächsten zehn Jahren wird in der Buchbranche mehr sterben als neu wachsen?

 

Das wird sich die Waage halten: Immer, wenn der Bedarf nach Lesestoff wächst, wächst auch die Branche. Ich mache mir um die Verlagsbranche nicht zu viele Sorgen. Ich glaube, die Kleinverlage sind in sehr guter Verfassung.

 

Sind Graphic Novels Literatur?

 

Ja.

 

Ein Buch, das Sie zum Weinen brachte?

 

Ich glaube nicht, dass mich ein Buch zum Weinen brachte.

 

Von welchem Autor haben Sie am meisten gelernt?

 

Gwendolyn Brooks

 

Sind Ihre Eltern reich?

 

Nein.

 

Sind Ihre Eltern reicher als Sie?

 

Nein.

 

Sind Ihre Eltern gebildet?

 

Auf welche Weise. Nein?

 

Liest Ihr Vater?

 

Er ist tot. Und er war eher ein Geschichtenerzähler.

 

Liest Ihr(e) beste(r) Freund(in)?

 

Ja.

 

So viel wie Sie?

 

Nein. Ich bin die Sorte Mensch, that's pushing her to read more.

 

Kennen Sie eine Fernsehserie, die mehr mit Ihnen machte als viele Romane?

 

Nein.

 

Was wäre Ihr Traumland für eine Lesung?

 

Spanien. Ich war noch nie da.

 

Gibt es einen Literaturblog, den Sie regelmäßig lesen?

 

Nein.

 

Gibt es Kritiker, denen Sie vertrauen?

 

Mit Namen kann ich keine nennen – aber es gibt viele Leute, die sich gründlich Gedanken machen und Arbeit leisten, ja.

 

Darf jeder wissen, welche Bücher Sie gelesen haben?

 

Klar.

 

Darf jeder wissen, welche Bücher Sie nicht gelesen haben?

 

(lacht) Klar.

 

Hat Sie schon mal eine Szene in einem Buch sexuell erregt?

 

Nein.

 

Lesen Sie eine feste Tageszeitung?

 

Die New York Times, jeden Tag.

 

Sind Bücher aktuell eher hübsch oder eher abstoßend gestaltet?

 

Ich glaube, optisch wurden sie besser. Es ist jetzt wichtiger geworden, dass ein Buch Menschen dazu einlädt, zum Regal zu kommen und es herauszunehmen.

 

Ist Lesen wichtig für Kinder?

 

Ja.

 

Ist Literaturlesen für Erwachsene wichtig?

 

Ja.

 

Genauso wichtig wie für Kinder?

 

Ja.

 

Habe Sie eine Liste von Büchern, die Sie lesen wollen?

 

Habe ich – aber es ist sehr frustrierend, weil die Bücher auf dieser Liste immer weiter nach hinten rutschen: Ich will ein Buch lesen, wenn es erscheint – aber schaffe es dann erst ein Jahr später.

 

Über welches Buch sollte jeder sprechen?

 

Nicht EIN Buch, nein. Ich glaube nicht, dass es EIN Buch gibt, auf das sich alle fixieren sollten.

 

Lesen Sie Jugendbücher?

 

Gerade nicht. Aber wenn ich Schulen besuche, ja.

 

Haben Sie im letzten Jahr eine(n) nicht-weißen AutorIN gelesen?

 

Klar. Ich lese durchs ganze Spektrum [alle Backgrounds/Hautfarben].

 

Lesen Sie mehr Männer als Frauen?

 

Das hält sich recht gut die Waage. Männern zuzuhören macht mich nach einer Weile müde.

 

Soll ich Ihnen lieber zehn Bücher von Männern schenken als zehn Bücher von Frauen?

 

Eher Frauen – ich kann mich mehr mit ihnen identifizieren.

 

Kennen Sie lesbische Autorinnen?

 

Yes.

 

Sind Sie mit einem Autor befreundet, deren Buch Sie schlecht fanden?

 

Ich interessiere mich für Menschen, WEIL sie sich als Autor sehen. Wenn ich dann ihre Arbeit lese und nicht mag, fiele mir schwer, ihnen noch näher zu kommen.

 

Nennen SIe ein Buch, das tröstet oder inspiriert.

 

A Street in Bronzeville“. Das Buch wächst so sehr aus der Welt, in der ich aufgewachsen bin, dass es mich dorthin zurück bringt und mich daran erinnert, warum ich überhaupt schreibe.

 

Haben Sie Autor*innen im Selbstverlag gelesen?

 

Sehr viele Lyriker erscheinen im Selbstverlag.

 

Soll ich Ihnen lieber EIN gutes Buch nennen oder sagen, welche zehn aktuellen Bücher Sie sich sparen können, weil sie schrecklich sind?

 

Die schrecklichen erkenne ich selbst.

 

Worüber wird zu wenig gesprochen im Literaturbetrieb?

 

Nein: Wir reden über alles. Wir reden zu viel.

 

Haben Sie ein wichtiges Buch gefördert?

 

Wichtig für wen? Doch – ich würde sagen: ja.

 

Gibt es einen Verlag, dessen Konkurs Sie freuen würde?

 

Das wünsche ich niemandem.

 

Sind diese Fragen „fies“?

 

Sie sind mir recht.

 

Haben Sie sich heute schon ein Buch gemerkt?

 

Nein.

 

Hat man Ihnen heute schon ein Buch geschenkt, geschickt oder versprochen?

 

Nein.

 

Welcher andere hier Autor hat Sie am meisten überrascht?

 

Ich war nicht in vielen Lesungen – und die englischsprachigen Autoren hier kannte ich schon.

 

Wer sollte das nächste Mal hier sein?

 

 

Andre Dubus III.

 

Foto: Denis Mörgenthaler
Foto: Denis Mörgenthaler

 

STEFAN MESCH schreibt als Kritiker und Literaturexperte für die ZEIT, Deutschlandradio Kultur und den Berliner Tagesspiegel. Bis 2008 studierte er Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus in Hildesheim. Als Liveblogger begleitet er Lesungen, Literaturfestivals, Tagungen, z.B. den Open Mike oder die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig. Er lebt in Berlin und Eppingen und arbeitet an seinem ersten Roman, "Zimmer voller Freunde".

 

mehr im Blog: www.stefanmesch.wordpress.com

und auf Instagram, Facebook und Twitter


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Sprachsalz: die Fotos - Samstag und Sonntag

das literarische Kabarett Ohne Rolf - Foto: Marc Tschuddin
das literarische Kabarett Ohne Rolf - Foto: Marc Tschuddin

 

drei Tage Lesungen, gut 20 internationale Autor*innen:

 

über 40 Fotos von den beiden längsten Tagen des Pforzheimer 'Sprachsalz'-Festivals: Samstag und Sonntag. 

 

Fotografen: Denis Mörgenthaler und Marc Tschudin


Autorin Vigdis Hjorth. Foto: Denis Mörgenthaler
Autorin Vigdis Hjorth. Foto: Denis Mörgenthaler

John Burnside und seine deutsche Stimme Thomas Sarbacher. Foto: Denis Mörgenthaler
John Burnside und seine deutsche Stimme Thomas Sarbacher. Foto: Denis Mörgenthaler

2500 Besucher, während über 40 Lesungen an drei Tagen. Foto: Denis Mörgenthaler
2500 Besucher, während über 40 Lesungen an drei Tagen. Foto: Denis Mörgenthaler

Autorin Safiye Can. Foto: Marc Tschudin
Autorin Safiye Can. Foto: Marc Tschudin

Autorin Viv Albertine und ihre deutsche Stimme Brigitte Zeh, Foto: Marc Tschudin
Autorin Viv Albertine und ihre deutsche Stimme Brigitte Zeh, Foto: Marc Tschudin

Autor Yannick Haenel. Foto: Marc Tschudin
Autor Yannick Haenel. Foto: Marc Tschudin

Publikum bei John Burnside. Foto: Denis Mörgenthaler
Publikum bei John Burnside. Foto: Denis Mörgenthaler

Autor Rolf Lappert. Foto: Marc Tschudin
Autor Rolf Lappert. Foto: Marc Tschudin

Autorin Claire Keegan. Foto: Denis Mörgenthaler
Autorin Claire Keegan. Foto: Denis Mörgenthaler

Claire Keegans deutsche Stimme, Hans-Christian Oeser. Foto: Denis Mögenthaler
Claire Keegans deutsche Stimme, Hans-Christian Oeser. Foto: Denis Mögenthaler

Autor John Burnside signiert. Foto: Denis Mörgenthaler
Autor John Burnside signiert. Foto: Denis Mörgenthaler

Der große Sprachsalz-Abend im CongressCenter. Foto: Denis Mörgenthaler
Der große Sprachsalz-Abend im CongressCenter. Foto: Denis Mörgenthaler

Lyrikerin Patricia Smith rezitiert großen Sprachsalz-Abend. Foto: Denis Mörgenthaler
Lyrikerin Patricia Smith rezitiert großen Sprachsalz-Abend. Foto: Denis Mörgenthaler

Autor Jón Gnarr und seine deutsche Stimme Thomas Sarbacher beim großen Sprachsalz-Abend. Foto: Denis Mörgenthaler
Autor Jón Gnarr und seine deutsche Stimme Thomas Sarbacher beim großen Sprachsalz-Abend. Foto: Denis Mörgenthaler

Autorin Viv Albertine und ihre deutsche Stimme Brigitte Zeh beim großen Sprachsalz-Abend. Foto: Denis Mörgenthaler
Autorin Viv Albertine und ihre deutsche Stimme Brigitte Zeh beim großen Sprachsalz-Abend. Foto: Denis Mörgenthaler

Samstag Abend. Foto: Denis Mörgenthaler
Samstag Abend. Foto: Denis Mörgenthaler

Der große Sprachsalz-Abend. Foto: Marc Tschudin
Der große Sprachsalz-Abend. Foto: Marc Tschudin

der große Sprachsalz-Abend. Foto: Marc Tschudin
der große Sprachsalz-Abend. Foto: Marc Tschudin

Ohne Rolf (Kabarett). Foto: Denis Mörgenthaler
Ohne Rolf (Kabarett). Foto: Denis Mörgenthaler

Ohne Rolf (Kabarett). Foto: Denis Mörgenthaler
Ohne Rolf (Kabarett). Foto: Denis Mörgenthaler

Ohne Rolf (Kabarett). Foto: Denis Mörgenthaler
Ohne Rolf (Kabarett). Foto: Denis Mörgenthaler

Ohne Rolf (Kabarett) mit Unterstützer/Gastar Gert Hager - Pforzheims Oberbürgermeister. Foto: Denis Mörgenthaler
Ohne Rolf (Kabarett) mit Unterstützer/Gastar Gert Hager - Pforzheims Oberbürgermeister. Foto: Denis Mörgenthaler

Ohne Rolf. Foto: Denis Mörgenthaler
Ohne Rolf. Foto: Denis Mörgenthaler

Autor Christoph Simon. Foto: Marc Tschudin
Autor Christoph Simon. Foto: Marc Tschudin

Autor Christoph Simon. Foto: Marc Tschudin
Autor Christoph Simon. Foto: Marc Tschudin

Autor Christoph Simon. Foto: Marc Tschudin
Autor Christoph Simon. Foto: Marc Tschudin

Autorin Nell Zink (rechts) und ihre deutsche Stimme Ariela Sarbacher. Foto: Marc Tschudin
Autorin Nell Zink (rechts) und ihre deutsche Stimme Ariela Sarbacher. Foto: Marc Tschudin

Autor Rolf Lappert. Foto: Marc Tschudin
Autor Rolf Lappert. Foto: Marc Tschudin

Autor Gerhard Rühm. Foto: Marc Tschudin
Autor Gerhard Rühm. Foto: Marc Tschudin

Moderator Boris Sebastian Schön, Autor Christoph Simon. Foto: Marc Tschudin
Moderator Boris Sebastian Schön, Autor Christoph Simon. Foto: Marc Tschudin

Autor Takashi Hiraide. Foto: Marc Tschudin
Autor Takashi Hiraide. Foto: Marc Tschudin

Autor Jón Gnarr. Foto: Marc Tschudin
Autor Jón Gnarr. Foto: Marc Tschudin

Autor Joachim Zelter. Foto: Marc Tschudin
Autor Joachim Zelter. Foto: Marc Tschudin

Autor John Burnside. Foto: Marc Tschudin
Autor John Burnside. Foto: Marc Tschudin

Autor Jack Hirschman und seine deutsche Stimme Ernst Gossner. Foto: Marc Tschudin
Autor Jack Hirschman und seine deutsche Stimme Ernst Gossner. Foto: Marc Tschudin

Autor Jack Hirschman und seine deutsche Stimme Ernst Gossner. Foto: Marc Tschudin
Autor Jack Hirschman und seine deutsche Stimme Ernst Gossner. Foto: Marc Tschudin

Moderator Peter Giacomuzzi. Foto: Marc Tschudin
Moderator Peter Giacomuzzi. Foto: Marc Tschudin

Autorin Viv Albertine. Foto: Marc Tschudin
Autorin Viv Albertine. Foto: Marc Tschudin

Autorin Nell Zink. Foto: Marc Tschudin
Autorin Nell Zink. Foto: Marc Tschudin

Autor Martin von Arndt. Foto: Marc Tschudin
Autor Martin von Arndt. Foto: Marc Tschudin
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fiese Fragen... an Christoph Simon

 

Ein Liveblog führen, während einer großen Veranstaltung - und dabei Zeit finden für lange Interviews? Zur Leipziger Buchmesse 2015 bloggte, berichtete ich für Deutschlandradio Kultur - und stellte einen Fragebogen zusammen, der wenig Raum für weitschweifige Antworten lässt: kurze, schnelle, oft fiese Fragen, die ich u.a. Verlegerinnen, Journalisten und Buchbloggern stellte.

 

Sprachsalz ist eine tolle Gelegenheit, mehrere Autorinnen und Autoren zu befragen - darüber, was und wie sie lesen, was ihnen wichtig ist, womit sie hadern. Schnelle, aber intensive Gespräche.

 

Bisher erschienen: Safiye Can (Link)  |  Michael Stavaric (Link)

 


Foto: Marc Tschudin
Foto: Marc Tschudin

 

Christoph Simon

Christoph Simon (Foto: adrian_moser)
Christoph Simon (Foto: adrian_moser)

Lebt in Bern, Schweiz

 

Es ist schon sehr lange her, als sich der junge Schriftsteller Christoph Simon im Bahnhofsrestaurant in Solothurn für ein Interview mit mir an den Tisch setzte. Heute ist die Kneipe durch ein Bistro ersetzt worden, aber der Autor wirkt noch immer so frisch wie damals. Von seinem ersten Roman mit dem Titel «Franz oder warum Antilopen nebeneinander laufen» sind bis heute Bücher erschienen, die allesamt in jedes Bücherregal gehören.

Irgendwie machte er dann in seiner Karriere eine Art Umkehrschub: Nachdem er Romane schrieb, an Literaturfestivals und in Literaturhäusern las, steht er nun auf Bühnen als literarischer Kabarettist oder als Poetry Slammer vor 800 Menschen in einer riesigen Halle in Zürich. Der Verfasser dieses Artikels war Zeuge des soeben erwähnten Anlasses. Da fetzten, lallten und kalauerten die anderen Spoken-Worder, was das Zeug hielt, und dann tritt dieser Christoph Simon völlig unaufgeregt und entspannt ans Mikro und beginnt zu reden. Ohne Halligalli erzählt er Sachen dergestalt, dass der Applaus seine Mitbewerbenden von der Bühne fegt. Und irgendwie genau so sind seine Bücher. Beginnt man sie zu lesen, dann nehmen seine Geschichten ganz sachte Fahrt auf, bis es zu spät ist, aufzuhören.

UHA

 

Bücher-Auswahl:

«Franz oder warum Anti­lopen nebeneinander laufen» 2001; «Planet Obrist» 2005; «Spaziergänger Zbinden» 2010; «Viel Gutes zum kleinen Preis» 2011 alle Bilger Verlag Zürich.

www.christophsimon.ch

 


 

Was liest du gerade? Im Print?

Ein Sachbuch, „Tribal Leadership“ von David Logan – um mehr über den Umgang mit egozentrischen „Ich bin der Größte“-Typen zu lernen.


Liest du gerade digital?

 

Tribal Leadership“: Das erste Buch, das ich digital lese. Auf dem Laptop, sehr umständlich.

 

Nenn mir ein Buch, das du liebst.

 

Richard Ford: „Unabhängigkeitstag“

 

Das liebe ich auch sehr! Hast du ein Familienmitglied, dessen Leben ein guter Roman wäre?

 

Wahrscheinlich meine Mutter: Das wäre dann eine trostlose „Wunschloses Unglück“-Handke-Geschichte.

 

Ein Schriftsteller, den du gern interviewen würdest?

 

Du meinst: Ihm einfach stundenlang als Fliege an der Wand lauschen? Er ist schon tot – aber: Kurt Vonnegut.

 

Hast du im letzten Jahr ein Buch an ein Kind verschenkt?

 

Ja, viele: Ich habe drei Kinder.

 

Hast du eine Empfehlung?

 

Es gibt Bilderbücher eines Südkoreaners, ohne Worte, bei denen auf jeder Seite Geschichten erzählt werden, mit 1000 Figuren. Kein Wimmelbuch: Es geht um eine verschwundene Geburtstagstorte. „Die Torte ist weg“ von Thé Tjong-Khing.

 

Sind Bücher dein Lieblingsmedium?

 

Ja.

 

Werden TV-Serien immer beser?

 

Keine Ahnung. Denen gehe ich aus dem Weg: zu zeitintensiv.

 

Werden Videospiele immer besser?

 

Noch weniger Ahnung.

 

Wird Literatur immer besser?

 

Nein – aber auch nicht schlechter. Sie wandelt sich, spiegelt die Welt, wird besser, wird schlechter… Ich finde jedenfalls immer wieder etwas, das mich umhaut!

 

Ein Buch, von dem du wünschst, es wäre nie geschrieben worden?

 

Solche Bücher liest man ja nicht fertig. Es gibt ein paar penetrante Autoren, die immer wieder mit was kommen – und du hast schon alle Hoffnung fahren lassen [dass dir die Bücher gefallen könnten]. Die stören dann nur noch.

 

Stell dir vor, Zeitreisende würden ein Buch aus der Geschichte löschen wollen – und dein Tod könnte das Buch retten. Für welches Buch würdest du sterben, damit es nicht gelöscht wird?

 

Shakespeare.

 

Was wäre schlimmer: Falls morgen alle Musik verboten wird… oder alle Bücher?

 

Klingt beides nach einer sehr lieblosen, lebensunwerten Welt.

 

Schreibt dein Partner?

 

Nein.

 

Hast du schonmal ein Buch abfotografiert und online gepostet?

 

Nein.

 

Rezensierst du Bücher?

 

Nein.

 

Hattest du gute Deutschlehrer?

 

Ich hatte auf dem Gymnasium zwei sehr gute Lehrerinnen, die mich einfach haben machen lassen.

 

Hattest du mehr gute als schlechte Deutschlehrer?

 

Ja.

 

Hattest du mehr gute als schlechte Lehrer überhaupt?

 

Ja.

 

Hast du schonmal einen Manga gelesen?

 

Nein.

 

Hast du einen Lieblings-Superhelden?

 

(lacht) Batman – er hat so eine dunkle Seite. Aber die Christopher-Nolan-Filme mag ich nicht.

 

Hast du heute schon jemanden gesehen, den du nicht magst?

 

Ich bin gerade erst aufgestanden. Aber: Hier ist alles sehr… ein Freundeskreis.

 

Sind Autorinnen und Autoren im Schnitt hübscher als Alltagsmenschen auf der Straße?

 

(lacht) Nein.

 

Sind sie im Schnitt gepflegter?

 

Ich glaube schon. Dass muss eine Frage des Selbstbilds und des ständigen Hinterfragen sein.

 

Hast du dich schonmal auf ein Stipendium beworben?

 

Ja. Und auch schon einige gekriegt. Der Schweiz ist Literaturförderung sehr wichtig.

 

Verbringst du mehr Zeit mit Lesen als im Internet?

 

Ich würde gern ja sagen – aber wahrscheinlich nicht.

 

Hast du einen Nobelpreis-Favoriten?

 

Tomaž Šalamun, der slowenische Autor, leider verstorben: Das habe ich mir immer gewünscht.

 

Kennst du einen deutschen lebenden AutorIN, der oder die den Nobelpreis verdient?

 

In der deutschen Literatur bin ich nicht sehr bewandert.

 

In der Schweiz?

 

Ich würde jetzt eher in Österreich suchen – aber ich muss zugeben, dass ich keinen Überblick habe.

 

In welchem Kultur-/Sprachraum entdeckst du die meiste Literatur?

 

In Amerika – auch Südamerika.

 

Gibt es aktuell schlechte Bücher, über die du nicht öffentlich sagst, dass sie schlecht sind, um eine andere Person nicht zu verletzen oder beruflich zu schaden?

 

Ja.

 

Hast du die „Hunger Games“ gelesen oder gesehen?

 

Nein.

 

Twilight“?

 

Nein.

 

Harry Potter?“

 

Nein.

 

Hast du heute schon Fotos gemacht und irgendwo geteilt?

 

Nein.

 

Gibt es Autoren, von denen du jedes neue Buch liest?

 

Nein.

 

Leihst du aktuell Bücher in Bibliotheken?

 

Ja.

 

Bist du unter dem Weihnachtsbaum die größte Leseratte?

 

Ja. Aber die Schwiegermutter ist knapp hintendran.

 

Was war deine bisher schönste Lesung?

 

Als Besucher: In New York, eine Lesung von Paul Auster. Mein „Spaziergänger Zbinden“ hätte ich ohne Paul Austers „Von der Hand in den Mund“ nicht geschrieben, und ich wollte ihm ein Buch überreichen.

 

Hast du es Auster überreichen können?

 

Ich hatte das Buch verpackt, zusammen mit einer Tafel Schokolade, sagte „Swiss Chocolate“ und gab es ihm. Er sagte: „Heavy Chocolate!“

 

Was war am schlimmsten an deiner schlimmsten eigenen Lesung?

 

Die schwierigste Lesung war vor drei Wochen: Ich las den Lebenslauf eines Verstobenen, auf seiner Beerdigung. Er hatte mir vorher alles erzählen können. Jeder Satz war da ein letztes Wort.

 

Liest du zu wenig?

 

Ja – bestimmt: Wenn ich „Harry Potter“ nicht gelesen habe!

 

Fehlt dir die Zeit, die du durchs Lesen brauchst, anderswo?

 

Nein.

 

Hättest du deinen Alltag besser im Griff, wenn du noch weniger lesen würdest?

 

Nein.

 

Deine deutsche Lieblingsstadt?

 

(grinst) Hausach im Schwarzwald. Wegen José Oliver.

 

Der schönste Ort, an dem du gelebt hast?

 

3 Jahre in Basel: Durch das Dreiländereck verströmt die Stadt eine ganze andere Offenheit als der Rest der Schweiz.

 

Schweiz oder Österreich?

 

Österreich.

 

Twitter oder Facebook?

 

Facebook.

 

Verdienst du so viel, wie du wert bist?

 

Oi: Ich verdiene mehr, als ich wert bin!

 

Kennen dich so viele Leute, wie dich kennen sollten?

 

Ja. Das „sollte“ hier im Satz ist sehr… Ich habe keinen Anspruch aufs Gekannt-Werden. Ich habe Wünsche daran – aber keinen Anspruch.

 

Hat du Angst um deine(n) Job(s)?

 

Nein.

 

Nenn einen guten kleinen Verlag.

 

Nur einen? Der gesunde Menschenversand in Luzern.

 

Glaubst du, in den nächsten zehn Jahren wird in der (deutschen) Buchbranche mehr sterben als neu wachsen?

 

Wird sich das nicht ungefähr die Waage halten? Natürlich sind Verlage am Schrumpfen – aber wir sind ja auch mit Dutzenden von Dichtern auf Facebook befreundet – oder verlinkt: Die Literatur schrumpft nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele aufhören, zu schreiben.

 

Sind Graphic Novels Literatur?

 

Literatur? Sie sind auf jeden Fall Kunst!

 

Ein Buch, das dich zum Weinen gebracht hat?

 

Richard Fords „Unabhängigkeitstag“ und Gerhard Meiers „Ob die Granatbäume blühen“.

 

Von welchem Autor hast du am meisten gelernt?

 

Ford und Meier.

 

Sind deine Eltern reich?

 

Nein. Guter Mittelstand.

 

Sind deine Eltern reicher als du?

 

Ja.

 

Sind deine Eltern gebildet?

 

Ich bin der Studienabbrecher. Mein Vater hat sich hochgearbeitet, meine Mutter ist Hausfrau.

 

Liest dein Vater?

 

Er ist gestorben. Nein: Er hatte Hesses „Lektüre für zwei Minuten“ hinten im Mercedes liegen. Aber er hatte Freude an meinem ersten Buch.

 

Liest dein bester Freund?

 

Ich habe zwei – zufällig auch beide Schriftsteller. Aber wir kannten uns vorher – wir sind einfach ALLE Schriftsteller geworden (lacht).

 

Liest dein Partner so viel wie du?

 

Nein.

 

Kennst du eine Fernsehserie, die mehr mit dir gemacht hat als viele Romane?

 

Auf jeden Fall – ich bin Fernsehkind. „Kung Fu“ mit David Carradine. Ein guter Mensch, der sich wehren kann. (lacht)

 

Was wäre dein Traum-Land für eine Lesung?

 

Ich war noch nie in Afrika. Afrika ist groß – das müsste man spezifizieren. Aber ich will dort hin, gerade, weil ich das nicht spezifizieren kann.

 

Gibt es einen Literaturblog, den du regelmäßig liest?

 

Tut mir Leid: Habe ich nicht auf dem Schirm.

 

Gibt es Kritiker, denen du vertraust?

 

Falls ich „Nein“ sage, klingt das, als ob ich niemandem vertraue: Ich bin schon beeinflussbar, von Kritiken.

 

Darf jeder wissen, welche Bücher du gelesen hast?

 

Ja.

 

Darf jeder wissen, welche Bücher du nicht gelesen hast?

 

Ja – auch, wenn es sehr peinlich ist, falls ich manche Brocken der Weltliteratur nicht gelesen habe.

 

Hat dich schon mal eine Szene in einem Buch sexuell erregt?

 

Ja! Dafür lesen wir doch Bukowski. Also: früh. Jetzt, heute lieber Bilder als Texte.

 

Liest du eine feste Tageszeitung?

 

Der Bund, aus Bern.

 

Sind Bücher aktuell eher hübsch oder eher abstoßend gestaltet?

 

In der Mehrzahl ansprechend – doch mir gefällt auch der französische Stil sehr: einfach nur der Titel, vor leerem Grund.

 

Ist Lesen wichtig für Kinder?

 

Ja!

 

Ist Literaturlesen für Erwachsene wichtig?

 

Nicht zwingend – aber wer einen Draht dazu findet, wird von Literatur bereichert, beschenkt… man wird neugieriger.

 

Hast du eine Liste von Büchern, die du lesen willst?

 

Nein.

 

Über welches Buch sollte jeder sprechen?

 

Das ist eine zu große Frage für mich: Bücher, die für gesellschaftliche Diskurse geeignet wären… Ich schätze, alles über Antibiotikaresistenz, Klimawandel… aber darüber muss man sich ja nicht zwingend via Literatur informieren.

 

Liest du Jugendbücher?

 

Ja. Ich las neulich „Pippi Langstumpf“ vor und konnte nicht weiter, weil ich heulen musste. „Papa, was ist?“

 

Hast du im letzten Jahr eine(n) nicht-weißen AutorIN gelesen?

 

Ja, aber… doch, bestimmt.

 

Liest du mehr Männer als Frauen?

 

Wahrscheinlich – oder? Das habe ich mir noch nicht bewusst machen wollen.

 

Soll ich dir lieber zehn Bücher von Männern schenken als zehn Bücher von Frauen?

 

Ist mir wurscht.

 

Kennst du lesbische Autorinnen? Wen?

 

Die dann auch explizit lesbische Themen behandeln? Nein, wahrscheinlich nicht.

 

Bist du mit einem Autor bekannt, dessen Buch du schlecht findest?

 

Ja, auf jeden Fall.

 

Nenn ein Buch, das tröstet oder inspiriert.

 

 

César Aira: „Varamo“

 

Hast du schon einen self-published Author gelesen?

 

Ja. Da war der Titel so toll: „Gebet gegen Homo-Ehe, Windräder, Stromtrasse, Massentierhaltung und Israelische Besatzungsmacht. Das politische Gebet gegen Griechenland-Hilfen und Flüchtlingspolitik“. Ganz krude Feindbilder – das war Hammermist!

 

Soll ich dir lieber EIN gutes Buch nennen oder sagen, welche zehn aktuellen Bücher du dir sparen kannst?

 

Ein gutes.

 

Worüber wird zu wenig gesprochen im Literaturbetrieb?

 

Mir fällt nichts ein. Es wird ja dauernd gesprochen. Obwohl: Verkannte Autoren gibt es wahrscheinlich schon.

 

Hast du ein wichtiges Buch gefördert oder daran mitgeschrieben?

 

Ja. Bei Freunden: Bücher lesen, gegenlesen. Urs Mannharts „Bergsteigen im Flachland“ wurde nach dem Erscheinen vom Markt genommen, nach einem Plagiatsvorwurf. Er erwies sich als unbegründet, nach einem halben Jahr – aber das Buch war damit erledigt.

 

Gibt es einen Verlag, dessen Konkurs dich freuen würde?

 

Nein. Die Verlage erledigen sich ja selbst.

 

Sind diese Fragen „fies“?

 

Nein, anregend: Man fühlt sich sofort ungebildet.

 

Hast du dir heute schon ein Buch gemerkt? Welches?

 

Nein.

 

Hat man dir heute schon ein Buch geschenkt, geschickt oder versprochen?

 

Nein – aber auf Jón Gnarr wurde ich hingewiesen.

 

Welcher andere Autor hat dich am meisten überrascht?

 

Patricia Smith. Ihre Stimme und Peformance waren traumhaft.

 

Wer sollte das nächste Mal hier sein?

 

Denkst du, es gibt nochmal ein Sprachsalz-Festival in Pforzheim?

Es lief sehr gut bisher – oder?

  

Franz Dodel schreibt ein Endlos-Haiku, in „Korrespondenzen“, seit Jahren. Ihm zuhören zu können, das würde ich gern allen schenken!

 

Foto: Denis Mörgenthaler
Foto: Denis Mörgenthaler

 

STEFAN MESCH schreibt als Kritiker und Literaturexperte für die ZEIT, Deutschlandradio Kultur und den Berliner Tagesspiegel. Bis 2008 studierte er Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus in Hildesheim. Als Liveblogger begleitet er Lesungen, Literaturfestivals, Tagungen, z.B. den Open Mike oder die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig. Er lebt in Berlin und Eppingen und arbeitet an seinem ersten Roman, "Zimmer voller Freunde".

 

mehr im Blog: www.stefanmesch.wordpress.com

und auf Instagram, Facebook und Twitter


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Rolf Lappert

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Rolf Lappert liest aus dem Roman "Über den Winter": Lappert (mp3 Stream)

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