Phalanx aus der Rechercheschwäche
In diesem Jahr erlaube ich mir folgende Zeilen an den Beginn des Vorwortes zu setzen: Der Umstand ihres Bekanntheitsgrades und ein daraus wohl falsch verstandenes Machtdenken mag die Schriftsteller Ilija Trojanow, Alois Hotschnig, Alex Capus und José F. A. Oliver zur Beihilfe am Versuch einer feindlichen Übernahme des Sprachsalzfestivals verleitet haben. Nicht einem stand der Sinn nach Recherche. Demonstrativ stellten sie sich in den Dienst einer sehr zweifelhaften Angelegenheit. Mehr Worte möchte ich persönlich hier nicht mehr verlieren, nur eines bleibt abschließend zu sagen: Als Schriftsteller schäme ich mich für ein solches Verhalten von Schriftstellerkollegen.
Das Erfreuliche ist: Sprachsalz bleibt genau das, was Sprachsalz in all den vergangenen Jahren war, ein Festspiel der Literatur für die eingeladenen Schriftsteller und Schriftstellerinnen sowie Leser und Leserinnen aus der Region und – wie in den letzten beiden Jahren festzustellen war – auch vom Ausland anreisende Literaturpublikums-Gäste. Die Treuer der Verantwortlichen der Stadt Hall und der Wunsch einer weiteren Zusammenarbeit seitens der bisherigen Partner (Parkhotel Hall, Ablinger.Garber) als auch die moralische Unterstützung durch das Angebot einer Zusammenarbeit mit den Klangspuren hat uns (das Team Magdalena Kauz, Elias Schneitter, Heinz D. Heisl, Max Hafele, Valerie Besl und das neue Vorstandsmitglied Urs Heinz Aerni) zuversichtlich die neunte Ausgabe auf den Weg bringen lassen.
Vielversprechend ist wiederum die Mischung der Autorinnen und Autoren. Von einem der Großen der amerikanischen Lyrik, Gerald Stern, bis hin zu der von mir geschätzten Tiroler Autorin Irene Prugger. Der im letzten Jahr ausgefallene Carl Weissner (der Übersetzer von Charles Bukowski / Bob Dylan / Frank Zappa) wird heuer zu hören und zu sehen sein. Wer im letzten Jahr am Samstagabend mit Georg Kreisler / Barbara Peters oder Michel Butor dabei war, wird diese Sternstunde des Festivals wohl kaum mehr vergessen und ist gut beraten, sich für dieses Jahr frühzeitig einen Platz zu sichern.
Keine Veranstaltung mehr geben wird es heuer in der Wäscherei P, stattdessen aber eine umso erfreulichere Kooperation mit den Klangspuren am Freitagabend: Auch hier wird es günstig sein, sich einen Platz zu sichern. Das Ensemble Modern wird nämlich unter der Leitung von George Benjamin ein Konzert im großen Kurhaussaal geben (am 7. September auch in der Alten Oper in Frankfurt zu Gast). Anschließend dann das moderierte Gespräch zwischen George Benjamin, dem Musiker und Martin Crimp, dem Schriststeller (der das Libretto zu seiner Komposition verfasst hat).
Und zum Schluss nochmals zurück an den Anfang: Ich freue mich ganz besonders auf die neunte SPRACHSALZ-AUSGABE!
Ihr Heinz D. Heisl
Kurator und Vereins-Obmann Sprachsalz

