Festspiel der Literatur: Sprachsalz IV


Eine schlichte, eine unspektakuläre Titelzeile. Heuer. Im vierten Jahr. Während allerorts und allseits von immer höher und immer schneller und immer spektakulärer und . . . die Rede ist, sind wir bestrebt voran zu kommen und in die Zukunft zu blicken.

Zum ersten Mal sind bei Sprachsalz nicht nur AutorInnen aus den unterschiedlichsten Ländern zu Gast, nein . . . zum ersten Mal ist Sprachsalz und ist das Festival selbst während der drei Tage international präsent. Möglich wird dies durch ein sogenanntes WEBLOG, eine Art interaktives Web-Tagebuch. An dieser Stelle umfangreicher über Weblogs zu informieren, würde den Rahmen eines Vorworts sprengen. Doch soviel sei gesagt: In Deutschland allein gibt es an die 250 000 Weblogs, in Frankreich etwa drei Millionen und in den USA sind es bereits mehr als 100 Millionen. Sprachsalz ist das bislang einzige Literaturfestival im deutschen Sprachraum, das sich auch auf solchem Terrain bewegt. Das Netz wird für die Literatur und den Literaturbetrieb zusehends wichtiger. Also, welche Rolle soll und wird das Buch und welche Rolle werden die Verleger und Verlagshäuser in absehbarer Zeit zu übernehmen haben? Wird die Literatur Literatur bleiben und nur ein anderes, moderneres, zeitgemäßeres Gesicht zeigen? Darüber wird bei Sprachsalz geredet, unter anderem mit Alban Nikolai Herbst (der selbst ein mittlerweile berühmtes, weil leidenschaftliches Weblog betreibt) und dem Lektor Rainer Weiss.
Das Sprachsalz Festival ist inzwischen einer Vielzahl Menschen bekannt, wie ich in den letzten Monaten anlässlich meiner Lese- und Reisetätigkeiten immer wieder und allerorts erfahren habe: Über Sprachsalz ist ausschließlich Gutes, Positives zu vernehmen. Für Kenzaburô Ôe zum Beispiel waren die zwei Tage in Hall, wie er uns mitgeteilt hat, die schönsten und angenehmsten seiner letztjährigen Lesereise und – wer weiß, vielleicht wird er uns nochmals die Ehre geben, ebenso wie Imre Kertész, der aus gesundheitlichen Gründen leider für heuer hat absagen müssen. Trotz dieses Wermutstropfens: Lesen Sie die AutorInnenliste; mir ist sie eine Freude. Und Ihnen geben wir vom Sprachsalz-Team unsere Freude weiter.

Ich bin stolz, in diesem Team zu sein und zur Arbeit dieses Teams einen Beitrag zu leisten. Das Team besteht aus denselben Mitstreitern wie bisher. Und es werden dieselben sein, die in den nächsten Jahren Autoren und deren Werke für drei Tage nach Hall ins Parkhotel bringen. Magdalena Kauz, Robert Renk (der, obwohl ins ferne Vorarlberg umgezogen, einer der tragenden Pfeiler bleiben wird), Elias Schneitter (dem es zu verdanken ist, dass Ed Sanders nach Hall kommt) Valerie Besl, Max Hafele. Aber auch die Belegschaft des Parkhotels – allen voran Chef Christian Maelzer und unsere Sonja Spreitzer – gehören ebenso zur Sprachsalzfestivalliteraturfamilie wie Sie, die Besucher und Besucherinnen. Seien Sie herzlich willkommen!

Heinz D. Heisl


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