Sprachsalz 2011

Sprachsalz 2011 ist Geschichte; hier die kurze Rückschau im Pressetext: Wir bedanken uns herzlich beim zahlreichen Publikum, den Sponsoren, Kooperationspartnern, der Presse, Freunden und Mitarbeitern und den Autoren und Autorinnen!

 

 

Lesungen zum Nachhören im WEBLOG: www. sprachsalz.twoday.net

 

Presseaussendung 11.9.2011

 

Wo das Salz zum Zucker wird

 

Mit rund 3200 Besuchern gingen am späten Sonntagnachmittag die 9. Literaturtage Sprachsalz in Hall in Tirol einmal mehr erfolgreich zu Ende. An diesem Literaturort, „wo das Salz zum Zucker wird“, so Moderator und Autor Christoph Simon, wurde an drei dicht wie hochkarätig besetzten Lesungstagen eine Vielfalt an literarischen Weltentwürfen und Darbietungsformen geboten.

 

Dem entsprach das Programm am Freitag, an dem u.a. die Lyriker Zsuzsanna Gahse, Christian Steinbacher und Urs Allemann zeigten, wie auf der Bühne neue Lesearten von Literatur entstehen können. Irene Prugger erzählte über die Möglich- und Unmöglichkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen und Angelika Reitzer stellte Figuren ihres Romans „unter uns“ vor. Katrin de Vries entführte in ihre bildreichen wie eigenwilligen Erzählwelten und Michail Schischkin und Taras Prochasko boten ein eindrucksvolles Panorama Russlands und der Ukraine im 20. Jahrhundert.

 

Im Freien lesen

Viele der Lesungen fanden in diesem Jahr vor dem eindrucksvollen Haller Bergpanorama auf der Terrasse des Parkhotels statt. „Ich habe selten in so entspannter Atmosphäre gelesen, Gast sein dürfen und hervorragenden Autorenkollegen beim Lesen zuhören können, wie auf der Terrasse bei Sprachsalz. Sprachsalz heißt ‚Im Freien lesen’,“ so Monica Cantieni nach ihrer Veranstaltung.

 

Einen Höhepunkt bildete die erfolgreiche Kooperations-Veranstaltung am Freitagabend, zu der Sprachsalz gemeinsam mit den Klangspuren geladen hatte: Das renommierte Ensemble Modern brachte im Kurhaus George Benjamins „Into the Hill“ zur Aufführung, im Anschluss sprach Martin Sailer (ORF) mit dem Librettisten Martin Crimp und dem Komponisten Benjamin über deren musikalisch-literarische Zusammenarbeit. Zeitgleich gab Norbert Gstrein dem Publikum im übervollen Lesungssaal Einblicke in seine Werke der letzten zehn Jahre. Im Anschluss hieß es „Carl Weissner rocks“ mit Songtexten von Dylan, Zappa und den Rolling Stones.

 

Sprachsalz sings!

Den Samstag eröffneten u.a. der US-amerikanische Lyriker Gerald Stern gemeinsam mit seiner Sprachsalz-Patenschaft Anne Marie Macari, die aufzeigten, was Poesie vermag: „That’s the secret of poetry, you look and you see other things.“ Ebenfalls am Samstag las die Beat-Autorin Maketa Groves, die sich über ihren Auftritt an diesem besonderen Ort freute: „Ringed by mountains, Sprachsalz sings!“

 

„Der Samstagabend hat einmal mehr bestätigt, wie die Mannigfaltigkeit der Literatur in verschiedensten Formen und Stimmen das Publikum zu bannen vermag. Das bewiesen Maketa Groves, Urs Allemann, Gerald Stern und das Duo Ohne Rolf gleichermaßen. Das Duo tauschte mit seiner Plakat-Aktion das Rollenspiel, so dass nun die Menge las, nicht die Autoren. Und was sie lasen, auf diesen weißen Blättern, ließ sie lachen und klatschen“, so Urs Heinz Aerni, der gemeinsam mit Magdalena Kauz, Heinz D. Heisl und Elias Schneitter für das Programm verantwortlich zeichnete.

 

 

 

 

Bedürfnis nach Gegenwelten

Auch in diesem Jahr gab es nicht nur zwischen den Lesungen die Möglichkeit zum Gespräch über Literatur: Beim Sprachsalz-Club „Schreiben oder Leben – wie die Welt ins Buch kommt“ sprach Stefan Gmünder (Der Standard) mit den Autoren Norbert Gstrein, Michail Schischkin und dem Literaturwissenschafter Werner Morlang über Realität und Fiktion in Schreiben und Lesen. Für Schischkin bedingen Schreiben und Leben einander und schließen sich nicht aus. Gstrein: „Das Bedürfnis nach Gegenwelten, Gegengeschichten, nach Literatur entspringt bei Autor und Leser der Auflehnung gegen die Wirklichkeit und der Endlichkeit des Lebens.“

 

Zur Matinee wurde am Sonntag in den Medienturm Ablinger.Garber geladen, wo Barbara Renno (Saarländischer Rundfunk) mit den Schriftstellern Monica Cantieni, Alban Nikolai Herbst und Katrin de Vries ein Gespräch über „Literatur heute – zwischen Tradition und Tamtam“ führte. Alle waren sich einig, dass die sogenannte „Wasserglas-Lesung“ nach wie vor funktioniert, wenn wie bei Sprachsalz das Ambiente stimme. Festivals wie dieses seien ein gesellschaftliches Ereignis, an dem Autoren wie Leser gleichermaßen teilnehmen und sich auf Augenhöhe begegnen. Gerade im digitalen Zeitalter sei diese Form des persönlichen Kontakts besonders wichtig.

 

Gesichtet wurden Georg Klein und Alban Nikolai Herbst im Vorfeld im Publikum, mit ihren Texten waren sie bei den traditionellen Überraschungslesungen zu erleben, die jeweils von Autoren der vergangenen Festivals bestritten werden.

 

Die 10. Literaturtage Sprachsalz finden vom 14.–16. September 2012 statt.

 

SPRACHSALZ-AUTORINNEN und -AUTOREN 2011:

Urs Allemann (Schweiz) – Monica Cantieni (Schweiz) – Martin Crimp (Großbritannien) – Zsuzsanna Gahse (Schweiz/Ungarn) – Maketa Groves (USA) – Norbert Gstrein (Österreich) – Anne Marie Macari (USA, Patenschaft von Gerald Stern) – Werner Morlang (Schweiz) – OHNE ROLF (Schweiz) – Taras Prochasko (Ukraine) – Irene Prugger (Österreich) – Angelika Reitzer (Österreich) – Michail Schischkin (Russland) –Christian Steinbacher (Österreich) – Gerald Stern (USA) –  Katrin de Vries (Deutschland) – Carl Weissner (Deutschland)

 

 

Kooperationspartner: Medienturm Ablinger.Garber, Klangspuren

Hauptsponsoren: Stadt Hall, Land Tirol, kultur.tirol, bm:ukk, Parkhotel Hall 

Weitere Sponsoren und Partner: Pro Helvetia, Parkhotel Hall, Retterwerk Mercedes, Der Standard, Kulturministerium Litauen, Tilak, Literar mechana, Tiroler Versicherung, Innsbrucker Zeitungsarchiv, Universitäts- und Landesbibliothek Innsbruck, Cafe Central, Fondation Bartels Basel, Lampe Reisen, Ablinger.Garber, Paperblanks, Buchhandlung Thalia Wagnersche, Tiroler Tageszeitung, Handelshaus Wedl, VI Knallgrau, Kellerei Kaltern, Restaurant Welzenbacher

 

 

Für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung bedanken sich die Organisatoren:

Valerie Besl, Magdalena Kauz, Max Hafele, Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Urs Heinz Aerni 

 

 

 

 

SPRACHSALZ AUTORINNEN und AUTOREN (2003-2010): 

Friedrich Achleitner. David Albahari. Juri Andruchowytsch. Hans Aschenwald. Christoph W. Bauer. Julia Belomlinskaja. Peter Bichsel. Dominik Bernet. Barbara Bongartz. Diane Broeckhoven. Andrej Blatnik. Michel Butor. Alex Capus. Ira Cohen. Bora Ćosić. Becqë Cufaj. Otto de Kat. Franz Dodel. Dietmar Eder. Gustav Ernst. Katharina Faber. Gerhard Falkner. Raymond Federman. Zoran Ferić. Antonio Fian. Dante Andrea Franzetti. Franzobel. Britta Fugger. Wilhelm Genazino. Andrea Gerster. Brigitte Giraud. Thomas Glavinic. Janusz Glowacki. Natasza Goerke. Nora Gomringer. Sabine Gruber. Arnon Grünberg. Catherine Guillebaud. Carla Haas. Monika Helfer. Bodo Hell. Eckhard Henscheid. Michal Hvorecký. Alban Nikolai Herbst. Takashi Hiraide. Edgar Hilsenrath. Jack Hirschman. Franz Hodjak. Felicitas Hoppe. Alois Hotschnig. Drago Jancar. Hettie Jones. Gert Jonke. Joyce Johnson. Ismail Kadare. Leslie Kaplan. Dzevad Karahasan. Ioanna Karystiani. Claire Keegan. Anna Kim. Georg Klein. Gerhard Kofler. Werner Kofler. Georg Kreisler & Barbara Peters. Andrej Kurkow. Peter Kurzeck. Katharina Lanfranconi. Katja Lange-Müller. Jacques Lederer. Pedro Lenz. Sibylle Lewitscharoff. Michael Lentz. Gabriele Loges. Andriy Lyubka. Andres Lutz & Frank Heierli. Claudio Magris. Alberto Manguel. Urs Mannhart. Norbert Mayer. Colum McCann. Molly Mc Closkey. Frank McCourt. Klaus Merz. Felix Mitterer. Sudabeh Mohafez. Roger Monnerat. Péter Nádas. Paul Nizon. Herta Müller. Jürgen Nendza. Kenzaburô Ôe. José F.A.Oliver. Sigitas Parulskis. PEH Paula Gelbke. Charles Plymell. Steffen Popp. Ilma Rakusa. Arne Rautenberg. Harry Redl. Kathrin Röggla. Beate Rothmaier. Gerhard Rühm & Monika Lichtenfeld. Gerhard Ruiss. Oksana Sabuschko. Edward Sanders. Annie Saumont. Lydie Salvayre. Isolde Schaad. Robert Schindel. Ferdinand Schmatz. Pavel Schmidt. Klaus F. Schneider. Helmuth Schönauer. Matthias Schönweger. Erasmus Schöfer. Margit Schreiner. Raoul Schrott. Monique Schwitter. Martin Stadler. Fabio Stassi. Aleš Šteger. Yoko Tawada. Tatjana Tolstaja. Ilija Trojanow. Marek van der Jagt. Florian Vetsch. Elisabeth Wandeler-Deck. Peter Weber. Ruth Weiss. Markus Werner. Josef Winkler. Robert Woelfl. Janine Pommy Vega. Abdoulrahman Waberi. Anne Waldman. Rainer Weiss. Rainer Wieczorek. Erika Wimmer. John Wray. Kathy Zarnegin. O.P. Zier. Péter Zilahy. Dieter Zwicky.

 

 

Unser Sprachsalz-Video mag Sie darauf einstimmen. Unser jüngster Sprachsalz-Fan, Julian Giacomuzzi, hat ihn für uns aus seinen Ferien mitgebracht. (Musik: Heinz D. Heisl)